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Siemens hat die Krise noch nicht überstanden - vor allem der Industriesektor leidet. Stellenabbau könnte auch in anderen Sparten drohen.

Noch mehr Stellenabbau bei Siemens?

München - Siemens hat die Krise noch nicht überstanden - vor allem der Industriesektor leidet. Stellenabbau könnte auch in anderen Sparten drohen. Und der Finanzchef prophezeit Schlimmes.

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser gibt noch keine Entwarnung für die Industriesparte. Zwar gebe es aus derzeitiger Sicht keinen weiteren akuten Handlungsbedarf beim Umbau des Bereichs, sagte Kaeser der “Börsen-Zeitung“.

Der Industriesektor werde aber frühestens 2011 wieder das Marktniveau vor der Krise erreichen. Angesichts der nur langsamen Erholung der Weltwirtschaft hatte der Konzern im Januar angekündigt, 2000 Stellen in der Industriesparte zu streichen. Auch in anderen Bereichen schloss Siemens Anpassungen nicht aus.

Weitere Talfahrt absehbar

Klar sei, dass einige Bereiche wie die Gebäudetechnik und das Geschäft mit Großanlagen für die Industrie die Talsohle noch nicht erreicht hätten, sagte Kaeser weiter. Die Gebäudetechnik leide darunter, dass in absehbarer Zeit keine Industriebauten errichtet würden.

Bei der Licht-Tochter Osram und in der Industrieautomatisierung gebe es zwar erste Zeichen des Aufschwungs. “Aber auch dort ist es noch zu früh für eine vollständige Entwarnung.“ Im Energiesektor könne Siemens dank eines robusten Auftragsbestands im laufenden Jahr mit einem Rückgang leben.

Hoffnung für 2011

Kaeser: “Aber im Jahr 2011 muss es bei den Aufträgen wieder aufwärtsgehen.“ Weiterer Anpassungsbedarf wahrscheinlich Siemens war mit einem überraschend hohen Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr 2009/10 gestartet und hatte eine Anhebung seines operativen Ergebnisziels für dieses Jahr angedeutet.

Trotzdem hatte Konzernchef Peter Löscher die Beschäftigten bereits bei der Hauptversammlung Ende Januar angesichts massiver Auftrags- und Umsatzeinbußen auf weitere personelle Einschnitte vorbereitet. Ob auf den Konzern in diesem Jahr weitere Umstrukturierungen zukommen, hänge von der Auftragslage ab, sagte Kaeser.

Telekommunikation verliert an Bedeutung

Der Großteil der Umstrukturierungskosten werde in diesem Jahr aber nicht aus dem Industriesektor kommen. “Wir haben auch außerhalb der drei Sektoren einige Geschäfte, bei denen Neuordnungen anstehen, wie etwa bei der IT-Dienstleistungssparte SIS.“ Ein möglicher Börsengang von SIS sei 2012 wahrscheinlicher als schon im nächsten Jahr.

Darüber hinaus habe Nokia beim Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks weiteren Anpassungsbedarf angemeldet. Langfristig müsse sich Siemens aber überlegen, ob der Konzern noch in den Telekommunikationsgeschäften beteiligt sein müsse. “Die Belastungen dürften in den nächsten Quartalen kommen, einige bereits im laufenden Quartal“, sagte Kaeser.

dpa

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