+
Der Industriekonzern Siemens will seine Medizintechnik-Tochter Healthineers in der deutschen Finanzmetropole und nicht in New York an die Börse bringen. Foto: Matthias Balk

März angepeilt

Siemens gibt Startschuss für Medizintechnik-Börsengang

Bald kann es losgehen: Siemens bringt seine ertragreiche Medizintechniksparte Healthineers aufs Börsenparkett. Es dürfte der größte Börsengang in Deutschland seit Jahren werden.

München (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens hat offiziell den Startschuss für den Börsengang seiner Medizintechniktochter Healthineers gegeben.

Das Unternehmen veröffentlichte die sogenannte "Intention to Float", mit der die feste Absicht kundgetan wird, Anteile an die Börse zu bringen. Der milliardenschwere Börsengang könnte so noch im März über die Bühne gehen. Voraussetzung ist, dass das Kapitalmarktumfeld mitspielt.

Mit erwarteten Einnahmen von mehreren Milliarden Euro wäre der Börsengang einer der größten der vergangenen Jahre in Deutschland. Analysten trauen Healthineers einen Marktwert von 30 bis 40 Milliarden Euro zu. Dies könnte früheren Spekulationen zufolge Erlöse von 6 bis 10 Milliarden für Siemens bedeuten.

"Siemens Healthineers ist jetzt bereit für sein Börsendebüt", sagte Michael Sen, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens Healthineers und Vorstandsmitglied bei der Mutter. Durch die Börsennotierung verspricht sich Healthineers mehr Flexibilität sowie mehr Möglichkeiten zur Finanzierung von Investitionen. Siemens bekräftigte, Mehrheitsaktionär zu bleiben und die Tochter langfristig unterstützen zu wollen.

Die Aktien sollen mittels einer Zweitplatzierung aus dem Bestand von Siemens kommen, teilte der Konzern mit. Das bedeutet, dass es keine neuen Aktien geben wird. Bei einer Zweitplatzierung fließt der Erlös in der Regel dem Altaktionär - in diesem Falle Siemens - zu. Der Konzern will einen bedeutenden Minderheitsanteil abgeben. Früheren Annahmen zufolge sollen es 15 bis 25 Prozent sein. Die Aktien sollen im Regulierten Markt der Frankfurter Börse notiert werden. Auf eine Zeitspanne wollte sich Siemens selbst noch nicht festlegen und blieb bei der Aussage, dass der Gang aufs Parkett innerhalb der ersten Jahreshälfte geplant sei.

Siemens Healthineers kam im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende September) auf einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von knapp 2,5 Milliarden Euro. Mit einer Gewinnspanne von 18,1 Prozent gehört die Gesellschaft zu den profitabelsten Geschäften von Siemens. In der Bildgebung ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Marktführer, in der Labordiagnostik die Nummer 2. Dazu bietet Healthineers noch Spezialtherapiekonzepte an. Rund 55 Prozent der Umsätze sind wiederkehrend - wie etwa das Servicegeschäft - und damit unabhängig von ökonomischen Zyklen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kaufland senkt Preise einiger Lebensmittel - doch es gibt einen Haken
Kaufland hat in einigen Filialen eine große Neuerung bei einzelnen Produkten eingeführt. Der Supermarkt ermutigt die Kunden, trotzdem zuzuschlagen.
Kaufland senkt Preise einiger Lebensmittel - doch es gibt einen Haken
Revolution bei Rewe - was sich an der Gemüsetheke ändert
An der Rewe-Gemüsetheke erwartet die Kunden eine Neuerung. Das hat es bisher noch nicht gegeben. 
Revolution bei Rewe - was sich an der Gemüsetheke ändert
Zehntausende demonstrieren in Berlin für eine Agrarwende
Zur Branchenmesse Grüne Woche machen Landwirte und Bürger aus ganz Deutschland in der Hauptstadt Druck für eine andere Agrarpolitik. Internationale Minister setzen auf …
Zehntausende demonstrieren in Berlin für eine Agrarwende
Rückruf bei HP: Notebook-Besitzern drohen Verbrennungen
Der PC- und Druckerhersteller Hewlett Packard (HP) hat einen Rückruf für Notebook-Akkus gestartet. Es besteht eine Brand- und Verbrennungsgefahr für die Kunden.
Rückruf bei HP: Notebook-Besitzern drohen Verbrennungen

Kommentare