Siemens: Mehr Arbeit, weniger Lohn bei SBS

- München -­ Die rund 9000 Beschäftigten der Siemens-Sparte SBS in Deutschland müssen künftig mehr arbeiten bei weniger Einkommen. Darauf hat sich Siemens mit der IG Metall geeinigt.

Der Abschluss eines entsprechenden Ergänzungstarifvertrags hatte sich durch die Pleite der ehemaligen Siemens-Handysparte verzögert. Erst nach Zustandekommen einer Auffanglösung für die BenQ-Beschäftigten erklärte sich die Gewerkschaft zu Einsparungen bei SBS bereit. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem finnischen Nokia-Konzern bei Netzwerkinfrastruktur startet nun ebenfalls später als geplant. Hier belastet die Schmiergeld-Affäre von Siemens die Aktivitäten.

Die Beschäftigten bei SBS müssen künftig 36,9 statt 35 Stunden pro Woche arbeiten. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden zu einer erfolgsabhängigen Gewinnbeteiligung zusammengefasst. Wie hoch hierbei die Einbußen für die Beschäftigten sein werden, wollte ein Unternehmenssprecher nicht sagen. Mit den Maßnahmen will Siemens die Kosten um 100 Milionen Euro reduzieren. Man gehe davon aus, dass dadurch bis September 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen nötig seien, hieß es. SBS geht im Januar im neuen Bereich Siemens IT Solutions and Services (SIS) auf.

Das Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia, das ursprünglich zum 1. Januar den Betrieb aufnehmen sollte, wird jetzt erst im Lauf des ersten Quartals 2007 starten. Grund dafür ist die Bestechungsaffäre in dem Münchner Konzern. "Nokia will wie wir, dass das Joint Venture unbelastet an den Start geht", erklärte eine Siemens-Sprecherin. Man habe den Start verschoben, damit die Vorgänge um schwarze Kassen aufgeklärt werden könnten. Nokia wolle die Aufklärungsarbeit aktiv begleiten. Zu finanziellen Auswirkungen der Verzögerung äußerte sich Siemens nicht.

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