Schlimme Diagnose für Markus Maria Profitlich: „Will Erkrankung nicht verbergen“

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Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher

Siemens-Mitarbeiter müssen Stellenabbau befürchten

München - Der Elektrokonzern Siemens bereitet seine Beschäftigten auf personelle Einschnitte vor. Erste Entscheidungen werden wohl schon am 28. Januar getroffen.

Wo immer es möglich sei, werde man zwar weiter Nachfrage-Täler über Instrumente wie Kurzarbeit abfedern, sagte Siemens-Chef Peter Löscher am Dienstag vor Beginn der Hauptversammlung in München. In Geschäften, in denen es dauerhafte Veränderungen der Märkte und des Wettbewerbs gebe, seien aber “Anpassungsmaßnahmen unumgänglich“. Am Donnerstag (28. Januar) will die Unternehmensleitung die Betriebsräte im Wirtschaftsausschuss über geplante Schritte informieren.

“Es sind punktuelle Maßnahmen, und es sind geschäftsspezifische Maßnahmen, die wir hier im Blick haben“, sagte Löscher, ohne die Zahl der betroffenen Mitarbeiter oder sonstige Details zu nennen. Bei strukturellen Veränderungen der Geschäfte gehe es aber beileibe nicht immer um einen Stellenabbau. Beispiel sei der Industrie-Sektor, in dem man die Aktivitäten der Niederspannungs-Energieverteilung in der Division Building Technologies gebündelt habe. Damit könne Siemens jetzt Synergien in Technik, Vertrieb und Produktion besser nutzen, sagte Löscher.

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2009/10 (30. September) kämpfte Siemens weiter mit den Folgen der Wirtschaftskrise. Die Umsätze des Konzerns gaben im Jahresvergleich um 12 Prozent auf knapp 17,4 Milliarden Euro nach. Der Auftragseingang schrumpfte um 15 Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro.

Unter dem Strich kletterte der Gewinn dagegen vor allem dank der Kostensenkungen in Vertrieb und Verwaltung um fast ein Viertel auf gut 1,5 Milliarden Euro. Die einzelnen Geschäftsfelder schnitten unterschiedlich ab. Im Industrie-Sektor litten vor allem das Geschäft mit Großanlagen für die Industrie und die Antriebstechnologie unter der Nachfrageschwäche. Aber auch der Energiesektor musste mit einem Minus beim Auftragseingang um 19 Prozent und einem zehnprozentigen Umsatzrückgang kräftig Federn lassen. Deutlich besser schlug sich der Sektor Medizintechnik: Hier lag der Bestelleingang lediglich um ein Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Erlöse gaben um vier Prozent nach.

Die weltweite Wirtschaftskrise sieht Löscher noch nicht überwunden. “Zwar gibt es Signale für eine allmähliche Erholung der Weltkonjunktur. Aber es wird noch längere Zeit dauern, bis diese Erholung uns auf das alte Niveau zurückführt und nachhaltig greift, gerade in den Industrieländern“, sagte der Konzernchef. Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte er. Von dem für das Gesamtjahr angepeilten operativen Ergebnis von 6,0 bis 6,5 Milliarden Euro hat Siemens allerdings im ersten Quartal bereits fast 2,3 Milliarden Euro eingefahren und damit mehr als ein Drittel. Vor diesem Hintergrund kündigte Löscher an, das Ergebnisziel nach dem ersten Halbjahr auf den Prüfstand zu stellen. “Mit einem guten ersten Quartal ist die Erreichung der Prognose einfacher geworden“, sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser.

Der Bestelleingang war 2008/09 angesichts der Wirtschaftskrise zwar prozentual zweistellig zurückgegangen, doch wirke der starke Auftragsbestand stabilisierend, erklärte das Unternehmen. Der Umsatz von zuletzt 76,7 Milliarden Euro dürfte deshalb in diesem Jahr organisch lediglich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz nachgeben.

dpa

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