Siemens: Am Montag kommt der Jobabbau

- München - Für die Beschäftigten des angeschlagenen Siemens-IT-Dienstleisters SBS schlägt am Tag nach der Bundestagswahl die Stunde der Wahrheit. "Dann findet eine Sitzung der Arbeitnehmervertreter mit SBS-Chef Adrian von Hammerstein statt", sagte Michael Leppek von der IG Metall. Die Gewerkschaft gehe davon aus, dass das Management bei dieser Gelegenheit den erwarteten zusätzlichen Stellenabbau verkünden wird. Dieser werde sich vermutlich in einer vierstelligen Größenordnung bewegen. Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte aus einem internen Papier, wonach bei SBS allein in Deutschland über eine halbe Milliarde Euro Personalkosten eingespart werden sollen. Der bislang angekündigte Stellenabbau erreiche dieses Ziel jedoch nur zur Hälfte. Nun drohe zahlreichen Standorten die Schließung.

Zu den Krisensparten gehören auch der Kommunikationsbereich Com und die Logistiksparte L&A. Nach Informationen in Branchenkreisen sollen allein bei Com etwa 3000 Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt könnten bei Siemens laut Arbeitnehmerschätzungen sogar bis zu 10 000 Stellen gefährdet sein.

Die Arbeitnehmervertreter glauben nicht, dass der Termin für die Verkündung der Einschnitte bei SBS zufällig gewählt wurde. "Es ist sicher kein Zufall, dass das erst einen Tag nach der Bundestagswahl passiert", sagte Leppek. Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer soll im Falle eines Wahlsiegs der Union wirtschaftspolitischer Chefberater von Angela Merkel (CDU) werden.

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