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Erstmals seit seinem Amtsantritt als Siemens-Chef bringt Joe Kaeser organisatorische Änderungen im Konzern auf den Weg. Damit hebt er Entscheidungen seines Vorgängers Peter Löscher auf.

Für besseren Kundenzugang

Siemens ordnet regionale Organisation neu

München - Erstmals seit seinem Amtsantritt als Siemens-Chef bringt Joe Kaeser organisatorische Änderungen im Konzern auf den Weg. Damit hebt er Entscheidungen seines Vorgängers Peter Löscher auf.

Mit einer Neuordnung seiner regionalen Organisation will der Elektrokonzern Siemens sich einen besseren Kundenzugang verschaffen und sein Geschäft in den Regionen ausbauen. Die bisherige Aufteilung in Ländergruppen („Cluster“) werde aufgelöst, teilte Siemens am Donnerstagabend in München mit. Durch die Neuordnung entfalle eine organisatorische Ebene im Konzern. Siemens solle dadurch „einfacher und marktnäher“ gemacht werden, erklärte Konzernchef Joe Kaeser. Die umsatzträchtigsten und wachstumsstärksten Länder sollen künftig direkt an die Vorstände der Siemens-Sektoren Energie, Industrie, Gesundheit sowie Infrastruktur & Städte berichten.

Über die Pläne hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bereits berichtet. Erstmals seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Monaten setzt Kaeser damit eigene Akzente und macht zugleich Entscheidungen seines Vorgängers Peter Löscher rückgängig, der die Länder-„Cluster“ eingeführt hatte.

Zugleich soll auch die Betreuung im Vorstand für die Regionen neu geregelt werden. Energiesektor-Chef Michael Süß verantwortet künftig die Region USA, Kanada und Mexiko sowie den Mittleren Osten. Der für den Gesundheitssektor zuständige Hermann Requardt wird mit Südamerika und Japan betraut und der Chef des Industriesektors, Siegfried Russwurm, betreut Europa, Afrika und die GUS-Staaten. Roland Busch, Chef des Sektors Infrastruktur & Städte, betreut die Region Asien (ohne Japan) und Australien.

Strukturelle Änderungen sind auch in den zentralen Konzerneinheiten geplant: So soll unter anderem die für Firmenkäufe und -verkäufe zuständige Abteilung („Mergers & Akquisitions“) der zentralen Konzernentwicklung zugeordnet werden, die direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet. Außerdem wird beispielsweise die hausinterne Unternehmensberatung in die Strategieabteilung eingegliedert. „Mit der Stärkung und Straffung der zentralen Einheiten werden wir deutlich schlagkräftiger“, sagte Kaeser.

Nach einem Vorabbericht des „Manager Magazins“ soll unter Kaesers Leitung auch ein kompletter Konzernumbau geplant sein. So solle voraussichtlich der Sektor Infrastruktur & Städte aufgelöst werden, berichtete das Magazin unter Berufung auf Insider. Konkrete Entscheidungen dürften im kommenden Frühjahr verkündet werden, zum Start des neuen Geschäftsjahres im Oktober 2014 solle Siemens dann bereits in einer neuen Struktur arbeiten. Siemens wollte den Bericht am Donnerstag nicht kommentieren.

dpa

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