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Siemens zieht sich aus Russland zurück – „Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“ 

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Von: Thomas Schmidtutz

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Siemens: Der Münchner Industrie-Riese zieht angesichts des Einmarsch der Russen in der Ukraine die Reißleine.
Siemens: Der Münchner Industrie-Riese zieht angesichts des Einmarsch der Russen in der Ukraine die Reißleine. © Daniel Karmann/dpa

Der Münchner Industrie-Riese Siemens kehrt Russland endgültig den Rücken. Billig ist das nicht, wie die Quartalszahlen zeigen.

München - Siemens will sein Geschäft in Russland komplett aufgeben. „Wir verurteilen den Krieg in der Ukraine und haben beschlossen, unsere industriellen Geschäftsaktivitäten in Russland in einem geordneten Prozess zu beenden“, erklärte Konzernchef Roland Busch am Donnerstagmorgen. Siemens habe bereits entsprechende Verfahren eingeleitet, um den Industriebetrieb und alle industriellen Geschäfte einzustellen.

Schon nach Kriegsbeginn hatte Siemens sein Neu-Geschäft sowie alle Lieferungen nach Russland und Belarus ausgesetzt. Nun erfolgt der vollständige Rückzug vom russischen Markt.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, erklärte Busch und verwies auf die Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten und Kunden vor Ort. Siemens prüfe derzeit die Folgen für die Belegschaft und werde sie „weiterhin nach besten Kräften unterstützen“. Siemens beschäftigt in dem Riesenreich rund 3000 Mitarbeiter, der Umsatzanteil beträgt rund ein Prozent. 

Siemens: Deutliches Umsatzplus

Im zweiten Quartal hat der Industrie-Riese seinen Wachstumskurs aber fortgesetzt. „Der gestiegene Auftragseingang und Umsatz spiegeln erneut das Vertrauen unserer Kunden in uns wider.“ Der Umsatz lag bei 17 Milliarden Euro, das sind 16 Prozent mehr als vor einem Jahr, der Auftragseingang legte sogar um 32 Prozent auf knapp 21 Milliarden Euro zu.

Zugleich bestätigte Siemens die Prognose für das laufende Jahr. Die „kontinuierliche Bewältigung der Herausforderungen in der Lieferkette“ lasse Siemens insgesamt „zuversichtlich in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres blicken“, erklärte Finanzvorstand Ralf Thomas. (dpa/AFP/utz)

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