Siemens-Schmiergeldskandal: 1,3 Milliarden Euro dubiose Zahlungen

München - Der Schmiergeldskandal bei Siemens hat eine neue Dimension erreicht. Über alle Bereiche hinweg seien bei den internen Untersuchungen zweifelhafte Zahlungen in Höhe von gut 1,3 Milliarden Euro entdeckt worden, teilte die Siemens AG am Donnerstag in München mit. Es besteht der Verdacht, dass ein Großteil davon in schwarzen Kassen verschwunden und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden ist.

Bisher hatte Siemens nur eine Summe dubioser Zahlungen für den früheren Kommunikationsbereich Com genannt, in dem die Affäre ihren Anfang genommen hatte. Hier hatte Siemens fragwürdige Zahlungen in Höhe von 449 Millionen Euro identifiziert. Als Konsequenz akzeptierte der Konzern ein Bußgeld in Höhe von 201 Millionen Euro. Nun ist auch die Untersuchung der anderen Bereiche weitgehend abgeschlossen, dabei hat sich die verdächtige Summe fast verdreifacht.

Neben der Geldbuße muss sich Siemens auf Steuernachzahlungen und möglicherweise auch auf eine harte Bestrafung durch die US- Börsenaufsicht SEC einstellen. Zudem kostet die Affäre immense Summen an Honoraren für Berater und Anwälte. Allein im Geschäftsjahr 2006/07 (30. September) fielen laut Siemens Beraterkosten von 347 Millionen Euro an, auf das vierte Quartal entfielen dabei 159 Millionen Euro.

Der neue Siemens-Chef Peter Löscher hatte angekündigt, die Aufklärung der Affäre weiter vorantreiben zu wollen. Dabei wurde den Mitarbeitern zuletzt ein Amnestie-Angebot gemacht: Wer sich bis Ende Januar freiwillig meldet und Verstöße gegen das Verbot der Korruption im öffentlichen Sektor eingesteht, muss nicht mit einer Entlassung oder Schadenersatzforderungen von Seiten des Konzerns rechnen

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