Siemens setzt längere Arbeitszeiten durch

- München - Der Siemens-Konzern hat längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn für 8000 Beschäftigte in seinen deutschen Niederlassungen durchgesetzt. Im Gegenzug würden die Arbeitsplätze bis 2009 gesichert, teilte Siemens mit. Die Tarifeinigung mit Gesamtbetriebsrat und IG Metall sieht neben der 37-Stunden-Woche eine Umwandlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld in eine leistungs- und erfolgsbezogene Prämie vor. Als Konzession werden 12 000 Beschäftigte, die in selbstständige Servicegesellschaften ausgegliedert worden waren, wieder in die Siemens AG eingegliedert.

Die IG Metall wertete vor allem die Standortsicherung als Erfolg. "Der Siemens-Konzern wird keine Niederlassungen schließen und keine betriebsbedingten Kündidungen aussprechen. Das ist ein wichtiges Signal", sagte IG-Metall-Vize Berthold Huber. Die Arbeitszeitverlängerung sei nicht ideal, aber annehmbar. Siemens und die Arbeitnehmervertreter hatten monatelang verhandelt. Die Einigung sieht nun vor, dass alle 20 000 Beschäftigten künftig eine 37-Stunden-Woche haben. Bisher mussten die 8000 Mitarbeiter, die direkt zur Siemens AG gehörten und damit nach dem Metalltarif bezahlt wurden, nur 35 Stunden arbeiten. Die Beschäftigten in den ausgegliederten Siemens-Servicegesellschaften hatten dagegen bereits eine 37-Stunden-Woche. Sie haben von der Wiedereingliederung keine direkten finanziellen Vorteile, die Zugehörigkeit zur Siemens AG bietet aber Sicherheit.

Konkret sieht der neue Tarifvertrag eine Jahresarbeitszeit von 1575 Stunden plus 50 Stunden für Qualifizierungsmaßnahmen vor. Siemens hatte im vergangenen Jahr bereits in zwei Werken längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn durchgesetzt. Die Gewerkschaft befürchtet seither einen Dammbruch.

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