Siemens spaltet IT-Dienstleister SBS auf

- München - Der Siemens-Konzern spaltet den verlustreichen ITDienstleister SBS auf. Das Geschäftsfeld Produktnahe Dienstleistungen (PRS) mit 5000 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt 1,3 Milliarden Euro wird zum 1. April an den PC-Hersteller Fujitsu Siemens verkauft. "Wir haben den idealen Partner gefunden", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld am Mittwoch in München. Über den genauen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nach der Trennung von der Handysparte hat sich Siemens damit in einem weiteren Problembereich zu einem radikalen Schnitt entschlossen.

Zu den produktnahen Dienstleistungen gehört unter anderem die Wartung von Großrechnern. Die bisherige SBS-Sparte ist in Deutschland der zweitgrößte IT-Serviceanbieter und weltweit die Nummer sechs. Die Einheit werde bei Fujitsu Siemens als eigenständige Tochter erhalten und den Kern einer neuen Serviceeinheit bilden, sagte FujitsuSiemens-Chef Bernd Bischoff. "Wir sind überzeugt, dass wir durch diese Expertise bald einen positiven Effekt auf unser Geschäft haben werden." Der neue Geschäftsbereich solle bald zur Steigerung der Profitabilität beitragen.

Zum Kaufpreis wollten sich die Unternehmen nicht genauer äußern. Kleinfeld betonte aber, dass es im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2005/06 (30. September) einen positiven Nettoeffekt geben werde. Bei der Abgabe des Handygeschäfts hatte Siemens noch mehrere hundert Millionen Euro draufgezahlt.

SBS steckt seit langem tief in der Verlustzone. Der Sanierungskurs solle fortgeführt werden, sagte Kleinfeld. "SBS wird sich jetzt voll auf die Sanierung und Weiterentwicklung des Kerngeschäfts konzentrieren." Zuletzt hatte der Bereich einschließlich der produktnahen Dienstleistungen einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro.

Fujitsu Siemens ist der größte europäische PC-Hersteller. An dem Unternehmen sind Siemens und Fujitsu mit je 50 Prozent beteiligt. An dieser Konstellation solle sich nichts ändern, betonten Kleinfeld und Bischoff.

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