Siemens: Spekulationen um weiteren Stellenabbau

München - Siemens-Vorstandschef Peter Löscher will Tausende Stellen streichen und dem Konzern aggressive neue Gewinnziele vorgeben.

Das berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Informationen ihrer britischen Schwesterzeitung "Financial Times". Löscher plane zudem, die Gehälter von Topmanagern stärker als bisher an das Erreichen ihrer Ziele zu koppeln.

Dem Bericht zufolge sehen die geplanten Sparmaßnahmen unter anderem vor, das mittlere Management auszudünnen - genaue Zahlen seien von Löscher aber noch nicht genannt worden. Nach Schätzungen von Analysten könnten aber in den kommenden Jahren bis zu 10 000 der über 400 000 Stellen bei Siemens wegfallen - der Großteil davon außerhalb Deutschlands.

"Spekulationen kommentieren wir nicht", hieß es dazu aus der Münchner Zentrale auf Anfrage unserer Zeitung.

Es ist aber Tatsache, dass Siemens-Chef Löscher den Konzern umstrukturieren und profitabler gestalten will. Auch die Effizienz der Mitarbeiter will Löscher steigern. Ende November wird das überarbeitete System dem Aufsichtsrat vorgestellt. Die "Financial Times Deutschland" rechnet bereits in der kommenden Woche mit offiziellen Details, wenn Löscher die Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2007, das für Siemens am 30. September zu Ende ging, bekannt gibt.

Die Zeitung will erfahren haben, dass sich die neuen Vorgaben an den größten Rivalen wie General Electric (GE) oder ABB orientieren. Löscher wolle die Rentabilität seines Konzerns steigern und gleichzeitig den Rückstand zu den Wettbewerbern verringern, die teils deutlich profitabler arbeiten.

Während die Industriegeschäfte von Siemens in den ersten neun Monaten des Jahres einen Umsatzrendite von 8,5 Prozent erreichten, kam etwa der US-Konkurrent GE auf 14, 7 Prozent. "Wir waren nicht ehrgeizig genug", sagte Löscher dem Bericht zufolge gegenüber Mitarbeitern. Er wolle bei Siemens eine Kultur des "Alles ist machbar" durchsetzen, wie sie viele US-Konzerne pflegen. 

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