Achtung, Pendler: Störung bei S7 und Stau auf der Stammstrecke

Achtung, Pendler: Störung bei S7 und Stau auf der Stammstrecke

Sparmaßnahmen konkretisiert

Siemens streicht und verlagert Stellen

 München – Der Industriekonzern Siemens hat seine geplanten Sparmaßnahmen konkretisiert. Es geht um Stellenverlagerungen und -streichungen in ganz Deutschland.

„Der Gesamtbetriebsrat wurde zu Wochenbeginn über mehrere Sparmaßnahmen informiert, die auch Bayern betreffen“, bestätigte IG-Metall-Sprecher Hagen Reimer dem Münchner Merkur(Donnerstag). In der Abteilung Kraftwerksbau im Energie-Sektor des Konzerns sollen mehrere hundert Stellen an den Standorten Erlangen, Offenbach und Wien gestrichen werden. Ein Siemens-Sprecher bestätigte, dass bis 2016 Arbeitsplätze wegfallen sollen, wollte jedoch keine Zahl nennen. Nach Informationen des Münchner Merkuraus Gewerkschaftskreisen werden allein in Erlangen 400 bis 500 Stellen gestrichen. Siemens wolle beim Arbeitsplatzabbau so „sozialverträglich wie möglich vorgehen und so weit wie möglich ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen“, so der Sprecher.

Auch der Standort in München-Allach ist vom Sparprogramm betroffen. Ein Siemens-Sprecher bestätigte dem Münchner Merkur, dass rund 160 Stellen im dortigen Elektromotorenwerk wegfallen. 30 Arbeitsplätze sollen nach Rumänien, 130 nach Neustadt an der Saale verlegt werden. Es handle sich um Mitarbeiter, die Elektromotoren für Werkzeuge herstellen. In diesem Bereich gebe es „heftigen Preisdruck auf dem Weltmarkt“, man erhoffe sich von der Verlagerung „Kostenvorteile“, so ein Konzern-Sprecher. Betriebsbedingte Kündigungen seien in München ausgeschlossen, man setze auf „sozialverträgliche Lösungen“ im Einklang mit den Betriebsräten, sagte der Sprecher. Eine ähnliche Verlagerung von weiteren rund 200 Stellen sei am Standort Krefeld geplant, die Arbeitsplätze dieser Mitarbeiter sollen nach Nürnberg verlegt werden.

Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Informationspolitik von Siemens. „Was wir mit Sorge betrachten ist die Salamitaktik bei der Bekanntgabe der Sparmaßnahmen – es hört und hört nicht auf“, sagte Reimer. Die Beschäftigen im gesamten Konzern seien inzwischen „ziemlich alarmiert, weil das Gefühl aufkommt, dass es jeden treffen kann“.

Siemens hatte im November ein sechs Milliarden Euro schweres Sparprogramm bis 2014 angekündigt, Details aber weitgehend offen gelassen.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

US-Regierung blockt Mega-Deal zwischen AT&T and Time Warner
Es sollte der Multi-Milliarden-Deal des Jahres werden: Der US-Kommunikationsriese AT&T will mit dem Mediengiganten Time Warner fusionieren. Die Regierung stellt jetzt …
US-Regierung blockt Mega-Deal zwischen AT&T and Time Warner
BGH prüft Entschädigung für schlechteres Hotelzimmer
Ungewollt drei Tage in einem nicht ganz so sauberen Hotel und ein Zimmer ohne Meerblick - Traumurlaub sieht anders aus, finden Urlauber, die nun beim BGH auf …
BGH prüft Entschädigung für schlechteres Hotelzimmer
Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Washington (dpa) - Die amtierende US-Notenbankchefin Janet Yellen wird zum Ende ihrer Amtszeit nicht weiter unter ihrem Nachfolger im Führungsgremium der Bank …
Yellen verlässt Fed-Führung nach Powells Amtsübernahme
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus
Schwere Schlappe für Deutschland: Weder Frankfurt am Main noch Bonn werden Standort für eine der aus London wegziehenden EU-Behörden. Die lachenden Sieger sitzen in den …
Deutschland geht bei Vergabe von EU-Behörden leer aus

Kommentare