Siemens verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen

München/Frankfurt - Der Siemens-Konzern hat den Arbeitnehmern beim geplanten Stellenabbau Zugeständnisse gemacht und will auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Darauf hätten sich Vertreter der IG Metall, des Gesamtbetriebsrats (GBR) und der Unternehmensleitung geeinigt.

Das teilte die Gewerkschaft am Dienstag in Frankfurt mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch). Bis Ende September 2010 sollen außerdem keine deutschen Standorte von Siemens verlagert oder geschlossen werden. Ein Siemens-Sprecher betonte auf Anfrage, am Umfang der Einschnitte ändere sich nichts. So sollen weltweit 16 750 Stellen wegfallen, davon 5250 in Deutschland. Nähere Einzelheiten sollten an diesem Mittwoch nach Rücksprache mit den Betriebsräten bekanntgegeben werden.

Um auf die geplante Zahl zu kommen, muss Siemens nun unter anderem mit Altersteilzeitregelungen und freiwilligen Auflösungsverträgen auskommen. Ausscheidenden Mitarbeitern sollen laut Gewerkschaft Umschulungen angeboten werden. Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, wertete die Einigung als Erfolg. "Die vielfältigen Proteste von Beschäftigten, Betriebsräten und der IG Metall haben Bewegung gebracht. Mit der Zusicherung, dass der Konzernumbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgt, kommt Siemens der wichtigsten Forderung der IG Metall nach", sagte er laut Mitteilung. Für Mittwoch geplante Protestaktionen der Mitarbeiter in Krefeld und Erlangen wurden abgesagt.

Siemens rückte laut IG Metall auch von seinen Plänen ab, das Segment Industrie Montage Services (SIMS) zu verkaufen. Das Unternehmen hat sich demnach verpflichtet, den Service und den Vertrieb in der Fläche zu erhalten und auszubauen. In der Verkehrstechniksparte "Mobility" werde zwar kein deutscher Standort geschlossen, allerdings werde es im Zuge der Sanierung in diesem Bereich zu einem größeren Stellenabbau kommen. Nach Angaben aus Branchenkreisen vom Samstag könnte im Gegenzug der Standort Prag mit rund 1000 Beschäftigten entweder verkauft oder geschlossen werden. Über die weiteren Schritte im Bereich IT Solutions and Services (SIS) soll neu beraten werden. Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen gilt aber auch hier.

Derzeit wird das Abkommen noch dem Gesamtbetriebsrat bei einem Treffen in Krefeld vorgestellt. Am Mittwoch wollen sich laut Siemens dann Personalvorstand Siegfried Russwurm und die Betriebsräte näher äußern. Hintergrund des Stellenabbaus sind geplante Kostensenkungen in Verwaltung und Vertrieb von 1,2 Milliarden Euro bis 2010 sowie der Umbau von Geschäftsbereichen.

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