Siemens VDO verzichtet auf Jobverlagerungen

- Würzburg - Der Automobilzulieferer Siemens VDO will für die nächsten Jahre auf eine groß angelegte Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland verzichten. Dank einer vereinbarten Senkung der Arbeitskosten und flexibleren Arbeitszeiten sei der Standort bis Mitte 2010 gesichert, teilte die Siemens AG am Freitag in Würzburg mit. Auf einen entsprechenden Ergänzungstarifvertrag hätten sich die Siemens VDO Automotive AG mit dem Betriebsrat und der IG Metall geeinigt, erklärten die Verhandlungspartner.

<P>Nach Angaben der IG Metall solle zwar die Zahl der Beschäftigten in dem Würzburger Werk in den nächsten Jahren um rund 200 auf 1410 verringert werden; darüber hinaus sei aber bis zum Jahr 2010 kein weiterer Jobabbau geplant, sagte der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer der dpa. Ursprünglich hatte das Unternehmen die Würzburger Belegschaft auf 848 verringern wollen. "Uns ist es gelungen, den Abbau von 500 Stellen zu verhindern", zeigte sich der Gewerkschaftschef zufrieden.<BR><BR>Zugleich kündigte das Siemens-Management die Investition von 60 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung sowie in die Infrastruktur des Würzburger Werks an. Künftig sollen an dem unterfränkischen Standort innovative Produkte wie elektrische Lenkungssysteme und elektromechanische Parkbremsen hergestellt werden. Für die dafür erforderliche Qualifizierung stellten Beschäftigte pro Jahr 44 Stunden ihrer Zeitkonten bereit anstatt sie als Freizeit abzufeiern, erläuterte Neugebauer.<BR><BR>Um über eine Mischkalkulation alle Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können, wird Siemens VDO nach Unternehmensangaben im tschechischen Ostrava einen "Tandemstandort" für einfachere Standardkomponenten entwickeln. "Die Kapazitäten in Würzburg werden dann genutzt für die Fertigung anspruchsvoller Hightech-Produkte", betonte ein Siemenssprecher. Das gesamte Maßnahmepaket trage dazu bei, Würzburg auch als Kompetenz- und Entwicklungszentrum für AutoBordmotoren, etwa für Fensterheber, Gebläse oder ABS-Pumpenantriebe, zu stärken.<BR><BR>Neugebauer räumte ein, dass den Arbeitnehmervertretern die mit der Standortsicherung verbundenen materiellen Zugeständnisse der Belegschaft nicht leicht gefallen seien. So sollen die ursprünglich für März 2005 und März 2006 geplanten Lohn- und Gehaltserhöhungen um einige Monate verzögert wirksam werden. Urlaubs- und Weihnachtsgeld würden gekürzt, die Angleichung der Löhne an die meist höheren Angestelltengehälter um vier Jahre verschoben werden. Hingegen hätte die von der Arbeitgeberseite geforderte Rückkehr zur 40-Stunden-Woche verhindert werden können.</P>

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