Siemens: Wieder Angst um Arbeitsplätze

- München - Für die Beschäftigten des Münchner Siemens-Konzerns häufen sich die beunruhigenden Nachrichten. Zunächst kündigte Siemens an, in seiner Mobilfunk-Sparte ICM 2300 Stellen zu streichen, darunter wohl 350 in München. Dann schlug die IG Metall Alarm: Der Konzern wolle Teile seiner Software-Entwicklung in Niedriglohn-Länder auslagern. Zwar lassen die Siemens-Chefs beschwichtigen. Doch Konzernbetriebsratschef Georg Nassauer warnt: "Die Ängste sind berechtigt."

<P>"Es gibt keinen konkreten Beschluss zu einer Verlagerung", sagte ein Siemens-Sprecher. Die Software-Entwicklung sei schon in der Vergangenheit ein globales Feld gewesen. "Das wird auch in Zukunft so sein." Arbeitnehmervertreter Nassauer bestätigt, dass es keine konkrete Entscheidung für die Verlagerung von Arbeitsplätzen gebe. Trotzdem sieht er "eines der großen Probleme der Zukunft" auf den Konzern zukommen.</P><P>Neben Indien und China würden bald auch die EU-Beitrittsländer "von der Qualifikation her auf wettbewerbsfähigem Niveau" sein. Die Löhne lägen aber deutlich unter denen in Deutschland. "Das ist eine Bedrohung für Ingenieurs-Arbeitsplätze im Inland. Das Schlimmste steht uns noch bevor."</P><P>Nach Angaben des Konzernsprechers beschäftigt Siemens etwa 30 000 Entwickler weltweit. Die Bedeutung des Bereichs sei aber noch größer, glaubt Nassauer. "Die gesamte Informationstechnologie basiert darauf. Software ist die tragende Stütze des Geschäfts." Deshalb müsse das Problem der Billiglohn-Konkurrenz offen benannt werden.<BR></P>

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