Siemens will 600 Arbeitsplätze in Deutschland streichen

München - Der Siemens-Konzern will in seiner Kommunikationssparte Enterprise in Deutschland etwa jeden zehnten Arbeitsplatz streichen. Es gebe Pläne, etwa 600 der rund 6.000 Stellen in Deutschland abzubauen, sagte ein Siemens-Sprecher in München.

Arbeitnehmervertreter kritisierten die Pläne scharf. "Schwere Managementfehler und ein radikaler Bruch mit der Geschichte des Hauses Siemens haben das ehemalige Kerngeschäft systematisch kaputtgemacht", sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer.

Die Geschäftsleitung habe den zuständigen Wirtschaftsausschuss über die Pläne informiert, sagte der Siemens-Sprecher. "Ziel der hier besprochenen Maßnahmen ist die konsequente Verfolgung des operativen Turnarounds." Details könnten zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben werden. Siemens will nach Informationen der Gewerkschaft neben dem Stellenabbau auch Einschnitte bei tarifvertraglich geregelten Arbeitsbedingungen durchsetzen.

Siemens Enterprise Communications bietet Kommunikationslösungen für Unternehmen an. Es ist eines der letzten Überbleibsel des einst größten Siemens-Bereichs Com. Der größte Teil von Com wurde in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebraucht. Auch von Enterprise will sich der Konzern trennen.

Laut IG Metall soll der Stellenabbau bei Siemens Enterprise quer durch alle Bereiche und Standorte gehen. Besonders hart solle es die Zentrale in München mit insgesamt etwa 250 Stellenstreichungen treffen. In manchen Niederlassungen solle jeder zweite Techniker gehen, obwohl die Arbeit schon heute kaum zu bewältigen sei.

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