Siemens will Image aufpolieren

München - Siemens investiert eine dreistellige Millionensumme pro Jahr, um sein Image aufzupolieren. Mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen, die zum einen den Gründungsvater Werner von Siemens zeigen, und zum anderen Hausausweise von Siemens-Mitarbeitern auf der ganzen Welt, will der vom Korruptionsskandal gebeutelte Konzern nach eigenen Angaben sein Profil in der Öffentlichkeit schärfen.

Die Motive sollten die Innovationskraft, Internationalität und Kreativität des Unternehmens deutlich machen und die drei neuen Konzernsäulen Medizintechnik, Infrastruktur und Energie darstellen, hieß es. Dazu wird der Schriftzug "Antworten seit 1847" gezeigt. Die Kampagne liege auch Siemens-Chef Peter Löscher am Herzen. Siemens-Marketingchef Gerald Odoj sagte der "Financial Times Deutschland", die Imagewerte von Siemens seien seit 2005 deutlich gesunken. Damals verschenkte der Konzern seine Handysparte an den taiwanischen Hersteller BenQ, der sie in die Insolvenz schickte. Ein Jahr später folgte der Korruptionsskandal. Man habe sich aber "bewusst dafür entschieden, dieses Thema nicht in den Vordergrund zu stellen".

Eine Konzernsprecherin erklärte, die Kampagne starte in Deutschland mit zunächst zwei Motiven in Tageszeitungen, Magazinen und Online-Medien. Weitere Motive, Fernsehspots und eine internationale Kampagne sollen folgen. Eine so groß angelegte und langfristige Kampagne sei eine Premiere in der Geschichte von Siemens. Die Kosten bezifferte das Unternehmen auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr.

Anlass für den Start der Kampagne ist der 160. Jahrestag der Firmengründung. Am 12. Oktober 1847 eröffneten Werner von Siemens und Johann Georg Halske ihre "Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske" in Berlin und legten damit den Grundstein für den heutigen Weltkonzern. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Siemens seinen Hauptsitz nach München und Erlangen verlegt. 

mm/ap

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