Siemens will auf Kündigungen verzichten

- München - Siemens will seine Probleme im Firmen-Geschäft der Kommunikationssparte Com ohne betriebsbedingte Kündigungen in den Griff bekommen. Wie Siemens mitteilte, haben sich der Münchner Konzern und die IG Metall auf ein Maßnahmenpaket zum Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze geeinigt. Damit wurde ein entsprechender Bericht dieser Zeitung bestätigt.

"Mit der jetzt erzielten Einigung schaffen wir die Basis für eine sozialverträgliche Anpassung der Personalkapazitäten", erklärte Jürgen Radomski, Personalvorstand von Siemens. In einem ersten Schritt soll der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung angewendet werden. Dieser ermögliche eine Reduzierung der Arbeitszeit von bislang 35,8 Stunden auf 30 Stunden pro Woche. Über Details der Regelung werde noch verhandelt. Im Firmen-Geschäft bestehen Überkapazitäten bei Vertriebs- und Service-Mitarbeitern. Da die Auslastung der Mitarbeiter regional sehr unterschiedlich sei, könne es keine einheitliche Lösung geben.

Zusätzlich wird Siemens Mitarbeitern den Wechsel in eine Beschäftigungsgesellschaft anbieten. Im Rahmen von Vermittlungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sollen Beschäftigte auf diesem Weg andere Arbeitsplätze innerhalb oder auch außerhalb des Konzerns finden. Darüber hinaus setzt Siemens auf Aufhebungsverträge und Altersteilzeit. Diese Maßnahmen seien unumgänglich, teilte der Konzern mit. "Alle Seiten stimmen darin überein, das hier aufgrund des gravierenden Technologiewandels bei Telefonsystemen für Unternehmenskunden dringender Handlungsbedarf besteht", sagte Radomski. Die neuen Anlagen benötigen weniger Installations- und Wartungsarbeiten.

"Dieses Ergebnis zeigt, dass es Alternativen zum fantasielosen Beschäftigungsabbau gibt und unsere Tarifverträge genau diesen Spielraum bieten", kommentierte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber. Weder Siemens noch die Gewerkschaft wollten beziffern, wie viel Personalkapazität mit diesen Maßnahmen eingespart werden soll. In Branchenkreisen ist von mehreren tausend Stellen die Rede.

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