Siemens will Schadenersatz von Zentralvorständen

München - Der Elektrokonzern Siemens verlangt wegen des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals Schadenersatz von ehemaligen Zentralvorständen. Einen entsprechenden Beschluss habe der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Dienstag gefasst, teilte die Siemens AG in München mit.

Die Forderungen richten sich gegen die früheren Siemens-Chefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld sowie gegen acht weitere frühere Mitglieder des obersten Führungsgremiums des Konzerns. Das Unternehmen wirft ihnen eine Verletzung ihrer Organisations- und Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen in den Jahren 2003 bis 2006 vor, aus denen sich finanzielle Belastungen für Siemens ergeben hätten.

Hinzu kommen Schadenersatzforderungen gegen die beiden ehemaligen Zentralvorstände Johannes Feldmayer und Günter Wilhelm im Zusammenhang mit der Affäre um die Arbeitnehmerorganisation AUB.

Insgesamt geht es im bisher größten deutschen Schmiergeldskandal um dubiose Zahlungen von 1,3 Milliarden Euro. Gegen Pierer und weitere Mitglieder der früheren Führungsspitze ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München wegen einer Verletzung der Aufsichtspflicht. Die Schadenersatzforderungen gegen die früheren Top-Manager gelten vom Ausmaß her als einmalig in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

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