Siemens will sich in Telefonsparte von 7000 Mitarbeitern trennen

München - Der Stellenabbau in der Siemens-Telefonsparte SEN hat wesentlich größere Dimensionen als bisher bekannt. Insgesamt stehen weltweit rund 7000 Arbeitsplätze zur Disposition, hieß es am Montag in Unternehmenskreisen. In Deutschland sollen vor allem Jobs in München in Gefahr sein.

Im Inland will Siemens rund 2000 Arbeitsplätze streichen, weitere 2000 Stellen im Ausland. Zusätzlich sollen rund 3000 Arbeitsplätze durch Partnerschaften oder Auslagerungen wegfallen. Insgesamt sind in der Sparte, die schon seit längerem zum Verkauf steht, weltweit rund 17 500 Mitarbeiter beschäftigt.

Ein Siemens-Sprecher wollte sich am Montag in München nicht dazu äußern. Die Geschäftsführung der Siemens Enterprise Communications - zuvor Siemens Enterprise Networks - plane, den Arbeitnehmervertretern an diesem Dienstag (26. Februar) konkrete Pläne zur zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens vorzustellen. Danach werde Siemens auch die Öffentlichkeit informieren. Am Wochenende war zunächst nur von dem Abbau von 3000 Stellen in Deutschland die Rede gewesen. Der noch SEN genannte Bereich ist im Siemens-Konzern für das Telefonanlagen-Geschäft mit Firmenkunden zuständig.

Der Abbau der Arbeitsplätze in Deutschland wird nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld vor allem München treffen, wo derzeit rund 1700 Mitarbeiter in dem Bereich arbeiten. Ein weiterer großer Standort der Sparte ist Leipzig mit 630 Mitarbeitern. Dort sollen aber keine größeren Einschnitte geplant sein. Weitere Niederlassungen gibt es unter anderem in Hamburg und im Ruhrgebiet. Der Arbeitsplatzabbau soll vor allem durch natürliche Fluktuation, eventuelle Verkäufe und andere sozialverträgliche Maßnahmen erreicht werden.

SEN ist eines der letzten Überbleibsel des traditionsreichen Siemens-Telekommunikationsgeschäfts. Zuletzt wurde der Großteil der Festnetzsparte Com in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht. Für SEN wird bereits seit längerem ein Käufer gesucht. Neben Finanzinvestoren sollen auch Alcatel-Lucent und Nortel Networks zu den Interessenten gehören.

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