+
Siemens-Firmenzentrale in München: Für den Elektrokonzern könnte die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos ein Geschäft werden. Foto: Matthias Balk

Gigafactory in Schweden

Siemens wird Partner bei Batteriezellen-Fabrik für E-Autos

Die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos könnte für Siemens ein Geschäft werden. Dem schwedischen Pionier Northvolt liefert der Münchner Konzern die Technik für die erste europäische "Gigafactory". Und das ist noch nicht alles.

München (dpa) - Siemens beteiligt sich am Aufbau der ersten großen Batteriezellen-Fabrik in Europa.

Der Münchner Elektrokonzern will dem schwedischen Batteriebauer Northvolt die notwendige Automatisierungs- und Digitalisierungstechnik liefern und 10 Millionen Euro in die Fabrik investieren, wie beide Unternehmen in München mitteilten.

Die sogenannte Gigafactory soll in zwei Jahren in Schweden in Betrieb gehen und mit 2500 Mitarbeitern Batteriezellen für rund 400.000 Elektroautos pro Jahr fertigen. In Schweden koste der Strom nur ein Zehntel des deutschen Preises, und mit europäischer Automatisierungs- und Digitalisierungstechnik sei die Fabrik wettbewerbsfähig gegenüber den heute marktbeherrschenden asiatischen Zellenherstellern, sagte Northvolt-Chef Peter Carlsson in München.

China und Europa seien die Treiber auf dem Weg zur E-Mobilität. Die europäische Autoindustrie baue jährlich rund 20 Millionen Autos und werde bald ein Dutzend solcher Gigafabriken brauchen, sagte Carlsson. 600 Kilogramm schwere Batterien aus Asien zu importieren, sei "total ineffizient".

Erster Kunde von Northvolt ist der zum VW-Konzern gehörende schwedische Lastwagerhersteller Scania. Siemens brauche ebenfalls Batterien für seine Züge und Industrieroboter und werde Northvolt zu einem bevorzugten Lieferanten machen, sagte Siemens-Digital-Factory-Chef Jan Mrosik.

Die deutschen Autobauer kaufen ihre Batteriezellen heute aus asiatischer Fertigung und bauen daraus ihre Batterien dann selbst zusammen. Forderungen von Betriebsräten und Gewerkschaften, selbst in die Zellproduktion einzusteigen, lehnen sie ab. Auch der Zulieferer Bosch hat sich dagegen entscheiden, Milliarden in den Bau einer eigenen Zellfabrik zu investieren.

Der E-Autobauer Tesla baut in den USA eine Batteriezellen-Gigafactory mit einer Kapazität für 500 000 Autos jährlich. Ob Siemens auch dort bereits Technikpartner ist, ließ Mrosik offen. Bei Northvolt hatte sich der Elektrokonzern ABB im vergangenen September ebenfalls mit zehn Millionen als Technikpartner beteiligt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Siemens-Stellenabbau geringer als geplant
Siemens hält in der Kraftwerksparte an seinem Sparkurs fort - nun im Einvernehmen mit der Gewerkschaft. Die IG Metall konnte durchsetzen, dass in Deutschland mehr …
Siemens-Stellenabbau geringer als geplant
EZB-Chef sieht Preisauftrieb und löst Spekulationen aus
Brüssel (dpa) - Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen sieht der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, weiter erheblichen Reformbedarf in Europa.
EZB-Chef sieht Preisauftrieb und löst Spekulationen aus
Geldwäsche: Deutsche Bank bekommt Bafin-Sonderaufpasser
Die Deutsche Bank bekommt von der Finanzaufsicht einen Sonderaufpasser verordnet. Er soll darüber wachen, dass Deutschlands größtes Geldhaus Geldwäsche ausreichend …
Geldwäsche: Deutsche Bank bekommt Bafin-Sonderaufpasser
CDU schließt Steuergeld zur Lösung der Dieselkrise nicht aus
Bald sollen Millionen Dieselbesitzer Klarheit bekommen. Regierung und Autoindustrie ringen aber noch um neue Maßnahmen gegen Fahrverbote wegen zu schmutziger Luft in …
CDU schließt Steuergeld zur Lösung der Dieselkrise nicht aus

Kommentare