Siemens-Chef: Keine Schließung des Werks Würzburg

- Würzburg - Siemens-Chef Klaus Kleinfeld will möglichst viele der 1600 Arbeitsplätze am Standort Würzburg erhalten. Eine Schließung des Automobilzulieferer-Werks Siemens VDO stehe nicht zur Debatte, erklärte Kleinfeld am Donnerstag in einem Antwortschreiben an den Würzburger CSU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bötsch. "Es ist nicht unsere Intention, 1600 Arbeitsplätze nach Tschechien zu verlagern, sondern wir setzen alles daran, den Standort Würzburg nachhaltig zu sichern", erklärte Kleinfeld.

<P>Allerdings müsse die Kostensituation in Würzburg nachhaltig verbessert werden, forderte Kleinfeld. In Gesprächen mit Mitarbeitern werde derzeit ein Paket flexibler Maßnahmen diskutiert. Genauere Angaben machte der Siemens-Chef allerdings nicht. Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer sprach daher von "Larifari-Aussagen" Kleinfelds. Der Gewerkschaftsfunktionär sagte, in der Grundtendenz seien Kleinfelds Äußerungen positiv zu werten, allerdings seien sie wenig inhaltsreich. Verlagerungspläne seien ökonomisch nicht nachvollziehbar, unterstrich Neugebauer erneut. "Das Werk in Würzburg steht wirtschaftlich hervorragend da, die Personalkosten sind niedrig, die Mitarbeiter hochflexibel und es gibt 120 Arbeitszeitmodelle", sagte Neugebauer.<BR><BR>Eine Reduktion des Standorts auf die 350 Stellen in Forschung und Entwicklung - wie es die IG Metall befürchtete - ist nach den Worten des Konzernchefs nicht geplant. Kleinfeld bestätigte allerdings, dass im tschechischen Ostrava ein "Tandemstandort" für Würzburg gebaut werde. "Dorthin wollen wir einen Teil der Produktion von Komponenten mit hohem Reifegrad verlagern", erklärte der Siemens-Chef. Wegen der niedrigeren Gesamtkosten im Ausland könne Siemens VDO dann in einer Mischkalkulation Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. In Würzburg sollten weiterhin anspruchsvolle High-Tech-Produkte gefertigt werden. "So besteht eine gute Chance, dort viele Arbeitsplätze auf lange Sicht zu erhalten".<BR><BR>Die Gewerkschaft IG Metall hatte auf Grundlage eines internen Siemens-Strategiepapiers vermutet, dass das Unternehmen hunderte Stellen in Würzburg abbauen will. Demnach drohe das Unternehmen mit der Verlagerung von 1250 Arbeitsplätzen, sollten die Mitarbeiter nicht zu erheblichen Zugeständnissen wie der Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich und der Streichung von Sonderzulagen bereit sein. Bei einer Einwilligung blieben laut Gewerkschaft 800 Stellen in Würzburg erhalten, andernfalls lediglich die Forschungs- und Entwicklungsabteilung. "Dieses Erpressungsprogramm wird vermutlich weiter aufrecht erhalten", kritisierte der 1. Bevollmächtige der IG Metall Würzburg, Werner Ring.</P>

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