Siemens-Gewinn bricht weiter ein

- München - Die Sanierung der Problembereiche überschattet beim Siemens-Konzern weiter die großen Fortschritte im laufenden Geschäft. Zum Start ins neue Geschäftsjahr brach der Nettogewinn im ersten Quartal nochmals um 19 Prozent auf 813 Millionen Euro ein. "Wir haben noch eine Reihe von Hausaufgaben zu erledigen", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld am Donnerstag bei der Hauptversammlung in München.

Rasante Wachstumsraten bei Umsatz und Auftragseingang sowie Gewinnzuwächse in den meisten Geschäftsbereichen zeigten aber, dass der Konzern auf gutem Weg sei.

Im ersten Quartal 2005/06 (30. September) schnitt Siemens beim Ergebnis deutlich schlechter ab, als die meisten Analysten erwartet hatten. Das operative Ergebnis der Bereiche sackte um zehn Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ab. Verantwortlich dafür waren in erster Linie Restrukturierungskosten von insgesamt rund 350 Millionen Euro in der kriselnden Kommunikationssparte Com und beim verlustreichen IT-Dienstleister SBS. "Wir wissen, was zu tun ist, und tun es mit aller Konsequenz", sagte Kleinfeld. Ab Mitte des nächsten Geschäftsjahres will Siemens dann die Früchte der Sanierung ernten. Alle Sparten sollen ab Frühjahr 2007 die ehrgeizigen Rendite-Vorgaben der Konzernführung erfüllen.

Umsatz und Auftragseingang konnte Siemens zum Start ins neue Geschäftsjahr so stark steigern wie seit Jahren nicht mehr. Die Erlöse wuchsen auf vergleichbarer Basis um 22 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro. Der größere Teil des Wachstums ist auf Akquisitionen zurückzuführen. Das organische Wachstum bezifferte Kleinfeld auf 7 Prozent. Der Auftragseingang legte im Konzern um 31 Prozent auf knapp 26,8 Milliarden Euro zu. In der Wachstumsregion Asien/Pazifik verzeichnete Siemens sogar einen Anstieg von 70 Prozent.

Größter Ertragsbringer war im ersten Quartal auch durch Portfolioveränderungen die Antriebssparte A&D, die das Bereichsergebnis von 298 auf 354 Millionen Euro steigerte. Com kam vor allem wegen des Verkaufs von Juniper-Aktien auf 323 Millionen Euro. Die Medizintechnik konnte nochmals von 215 auf 246 Millionen Euro zulegen. Auch der Autozulieferer VDO (163 Mio) und die Energieerzeugung (177 Mio) machten deutliche Gewinne. Dagegen war SBS mit einem Minus von 229 Millionen Euro schwächster Bereich. Vor kurzem hatte Kleinfeld die Aufspaltung von SBS verkündet. Die produktnahen Dienstleistungen werden an Fujitsu Siemens verkauft.

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