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Siemens-Handys belasten BenQ: 400 Arbeitsplätze in München weg

- München - Die ehemalige Handy-Sparte von Siemens streicht über 500 Arbeitsplätze in Deutschland, die meisten davon in München. Der taiwanische BenQ-Konzern, der die Aktivitäten im Herbst übernommen hatte, beklagt einen schleppenden Geschäftsverlauf und will die Zahl der Modelle reduzieren.

In München baut BenQ insgesamt 400 Stellen ab. Im Unternehmen selbst sind 277 Beschäftigte betroffen - jeder fünfte am Standort. Hier wird insbesondere bei Forschung und Entwicklung gekürzt. Auch im Bereich "Category Management" und bei Zentralfunktionen wird gespart. Zusätzlich werden die Verträge mit etwa 250 externen Mitarbeitern gekündigt, die je zur Hälfte in München und Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen) angesiedelt sind, wie BenQ mitteilte. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Freischaffende, Zeitarbeitskräfte und Berater.

Es sei "oberstes Ziel, Kündigungen zu vermeiden", erklärte ein Unternehmens-Sprecher. Deshalb mache man Beschäftigten, die freiwillig ihren Job aufgeben, Abfindungsangebote, die bis zum Doppelten des gesetzlich Vorgeschriebenen reichten. Damit wolle das Unternehmen zeigen, dass es sich auch in schweren Zeiten um die Mitarbeiter bemühe, sagte der Sprecher. Je früher Beschäftigte das Unternehmen verlassen, desto mehr Abfindung können sie erwarten.

Ab heute werden die Führungskräfte mit den betroffenen Beschäftigten Gespräche beginnen. Wer das Angebot annimmt, muss spätestens zum 30. September bei BenQ aufhören. Dann könnten betriebsbedingte Kündigungen folgen. "Der Umbau soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein", teilte BenQ mit. Der Abbau von Stellen ist damit aber nicht unbedingt beendet. Zwar gebe es derzeit keine Pläne für weitere Einschnitte, doch hänge alles vom weiteren Geschäftsverlauf ab, erklärte der Sprecher. Das Weihnachtsgeschäft sei entscheidend für den Kurs des Unternehmens. Am Standort München als Hauptquartier für die Handy-Aktivitäten halte man aber fest.

"Mit dem Schritt reagiert das Management auf die Geschäftsentwicklung und setzt gleichzeitig seinen Restrukturierungskurs fort", teilte BenQ mit. Denn zuletzt war der weltweite Marktanteil, der bei der Übernahme im Herbst um fünf Prozent gelegen war, auf 3,5 Prozent gesunken. Das Geschäft lief "zuletzt nicht so gut wie erwartet", erklärte der Sprecher. Neue Produkte waren verzögert auf den Markt gekommen und erreichten so viele potenzielle Käufer nicht mehr.

Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, langfristig die Zahl seiner Produkte zu reduzieren. BenQ will sich nach Angaben des Sprechers insbesondere auf das mittlere und hochpreisige Segment konzentrieren. Ende dieses Monats werde man unter der Marke BenQ-Siemens neue Produkte vorstellen, die "vor allem Design-Akzente setzen".

Michael Leppek von der Gewerkschaft IG Metall in München kritisierte den Abbau als "Armutszeugnis für das Management". Es habe versäumt, die Prozesse im Unternehmen zu optimieren. Ziel sei es nun, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern.

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