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Siemens-Netzwerke: Nach der Not kommt der Erfindergeist

- Athen - Wenn das Sprichwort "Not macht erfinderisch" zutrifft, ist von der Siemens-Sparte ICN noch viel zu erwarten. Im einst mit dem Begriff "Problembereich" verkuppelten Netzwerkgeschäft des Münchner Elektrokonzerns hat man die Not lange gespürt. ICN verlor binnen zweier Jahre fast die Hälfte seines Umsatzes. Und der Erfindungsreichtum? Der soll jetzt zum Tragen kommen, da das Segment zwei Quartale in Folge Gewinne meldete und mit Innovationen "die Weichen auf Wachstum und Profitabilität gestellt" hat, wie Bereichs-Vorstand Thomas Ganswindt in Athen sagte. Den Mitarbeitern an der Münchner Hofmannstraße hilft das wenig. Ganswindt kündigte weitere Arbeitsplatz-Verlagerungen in Billiglohn-Länder an.

<P>"LifeWorks" haben die Siemens-Netzwerker ihr neues Großprojekt überschrieben. "Die Kommunikation der Zukunft startet heute", versprechen sie. Künftig sollen E-Mail, Festnetztelefon und Handy miteinander verwoben werden, als gehörten sie alle zu einem System. Das soll Geschäfts- und Privatleuten das mobile Leben einfacher machen und ICN den entscheidenden Vorteil im harten Wettbewerb sichern. Auch wenn die Siemens-Sparte zuletzt Gewinne schrieb, bleibt das Geschäft umkämpft.<BR><BR>2003 seien die Preise um über zehn Prozent gefallen. "Wir erwarten heuer noch mehr Preisdruck", stellte Finanz-Vorstand Michael Kutschenreuter in Aussicht - auch wegen des starken Euro. Deshalb müssten "die Prozesse weiter optimiert" werden, verkündete Ganswindt.<BR><BR>Dabei zeigen sich die Manager wenig erfinderisch. In der Vergangenheit wurden zwei Drittel der Kostenreduzierungen beim Personal erreicht. Damit sehen die Verantwortlichen das Spar-Potenzial aber nicht ausgeschöpft. China wird sich wohl über weiteres Engagement von ICN freuen können, während in Europa die Arbeitsplätze abgebaut werden - und das nicht nur aus Kostengründen, wie Ganswindt sagte. Man wolle in den schnell wachsenden Märkten vor Ort sein und neue Wettbewerber vor ihrer Tür angreifen. "Auch Indien ist ein sehr attraktiver Platz für uns", schwärmte der ICN-Chef.<BR><BR>Zunächst richtet sich sein Auge aber auf nähere Gefilde im Osten. Bei den Olympischen Spielen diesen August in Athen stellt Siemens die Überwachungs- und Kommunikationstechnik, die die ersten Spiele nach dem 11. September 2001 sichern soll. Auch im Olympischen Dorf, mit 16 000 Gästen in über 8000 Zimmern für die Wettkampfwochen das größte "Hotel" der Welt, wird mit ICN-Technik geplant und gebucht. In dem Siemens-Bereich hofft man auf Folgeaufträge bei vergleichbaren Ereignissen - etwa der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Das wäre dann auch mal ein Argument für den heimischen Standort.</P>

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