Siemens-Skandal: Ermittlungen gegen Austrian-Airlines-Chef Ötsch

Nürnberg - Im Zusammenhang mit dem Siemens- Schmiergeldskandal ermittelt die Nürnberger Staatsanwaltschaft auch gegen den jetzigen Chef von Austrian Airlines (AUA), Alfred Ötsch. Es gehe um den Verdacht der Untreue zum Nachteil von Siemens und um Steuerhinterziehung zugunsten von Siemens, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Träg am Dienstag.

Ötsch war von November 2001 bis Dezember 2005 Bereichsvorstand der Siemens-Automatisierungstechnik in Nürnberg und in dieser Funktion Nachfolger von Ex-Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer. Diesem wird vorgeworfen, mehr als 30 Millionen Euro Unternehmensgelder für den Aufbau der Arbeitnehmerorganisation AUB als Gegenpol zur IG Metall an AUB-Gründer Wilhelm Schelsky überwiesen und dadurch Steuern hinterzogen haben.

Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob Ötsch als Bereichsvorstand mit Zahlungen an Schelsky befasst gewesen sei, sagte Träg. Medienberichten zufolge soll der heutige AUA-Chef mehr als zehn Millionen Euro zur Unterstützung der AUB freigegeben haben. Diese Summe wollte Oberstaatsanwalt Träg "weder bestätigen noch dementieren". Ötsch bestreitet den Berichten zufolge jede Verwicklung in die Affäre. Er sei über die Hintergründe der Zahlungen nicht informiert gewesen und sei davon ausgegangen, dass es sich um einen korrekten Vorgang handelte.

Bislang sei Ötsch noch nicht vernommen worden, sagte der Oberstaatsanwalt. Auch in dem bevorstehenden Prozess gegen Feldmeyer und Schelsky, der am 24. September vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth beginnt, sei er bislang nicht als Zeuge geladen. "Das schließt nicht aus, dass er als Zeuge noch in Betracht kommt", sagte Träg.

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