Zimbabwe: Partei setzt Präsident Robert Mugabe ab

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Das Signal aus Amerika: Raus aus der Flaute

- München - Der Unterschied zwischen Gott und Larry Ellison: Gott glaubt nicht, Larry Ellison zu sein. Diesen Scherz erlaubte sich ein Biograph über den Chef des US-Computerkonzerns Oracle. Ellison wird seinem Schöpfer-Selbstbild gerecht. Er blies zu einer Übernahmeschlacht mit dem Konkurrenten Peoplesoft, wie sie seit dem Ende des Internet-Booms nicht mehr gesehen worden war. Und er gab damit ein Signal, das in Marktbeobachtern Hoffnung weckt: Die darniederliegende Wirtschaft erwacht wieder. Die Konjunktur- und Börsenkrise könnten überstanden sein.

<P>7,5 Milliarden Dollar will Oracle für Peoplesoft bezahlen. Ein Dutzend Banken kann man beschäftigen, um so ein Geschäft abzuwickeln. Und Oracle ist nicht der einzige Konzern, der die Zeit gekommen sieht für einen Kraftakt. Der kanadische Aluminium-Gigant Alcan kündigte ein Übernahmeangebot an, der US-Autoteilehersteller Arvin-Meritor und das Internet-Portal Yahoo machten ernst: Sie kauften ein - jeder in Milliarden-Höhe.</P><P>Bislang regt sich vor<BR>allem die US-Wirtschaft</P><P>"Es gibt Grund zur Hoffnung, weil sich offenbar die Meinung herausbildet, dass das Schlimmste überstanden ist", sagt Christian Bridts, Geschäftsführer der HVB Consult GmbH, der auf die Abwicklung von Fusionen und Firmenkäufen spezialisierten Tochter der HypoVereinsbank. Doch er warnt vor verfrühter Euphorie: "Diese Groß-Fusionen deuten sich erst an. Im Markt sind sie noch nicht." Zudem regt sich die Wirtschaft vor allem in den USA. In Deutschland sei wenig vom Wiedererstarken der Unternehmen zu erkennen. "Das hat viel mit Stimmung zu tun", argumentiert Bridts. Gute Stimmung zählt nicht zu den deutschen Stärken.</P><P>Zudem fehlen harte Fakten, die den Glauben an den Aufschwung nähren. "Vieles beruht auf weichen Faktoren wie der jüngsten Börsenerholung, von der man aber weiß, dass sie noch nicht von entsprechenden Unternehmenszahlen begleitet wird." Dennoch erwartet der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, eine Steigerung der Firmen-Zusammenschlüsse auch in Deutschland. Zuletzt war die Zahl der angemeldeten Fusionen um zehn Prozent eingebrochen. Jetzt würden Investmentbanken und Fondsverwalter ihre Abwartehaltung aufgeben.</P><P>Die Hoffnung wird genährt durch ein Marktsegment, das in Krisenzeiten kaum litt: "Private Equity" - das Wagniskapital-Geschäft. Große Investoren steckten auch in den vergangenen Jahren viel Geld in potenziell attraktive Unternehmen. "In diesen Markt steigt man nur ein, wenn man die Möglichkeit sieht, sich nach einigen Jahren gewinnbringend von der Investition zu trennen", erklärt Bridts. "Die starke Aktivität kann andeuten, dass die Krise auf ihr Ende zuläuft."</P><P>Mittelfristig könnte<BR>auch die Börse profitieren</P><P>Setzt sich diese Ansicht durch, lockt das auch strategische Käufer, also Unternehmen, die nicht nur ihr Kapital gewinnbringend investieren wollen, sondern durch Fusion oder Unternehmenskauf eine bessere Marktposition anstreben. "Wenn Unternehmen für potenzielle Käufer mit weiterem Abwarten nicht nur teurer werden, sondern auch die Gefahr besteht, dass sie von anderen weggeschnappt werden, verstärkt das die Kauflaune. So kann eine Aufbruchstimmung entstehen", erläutert der HVB-Experte. Davon könnte mittelfristig auch die Börse profitieren.</P><P>Suchen Wagniskapitalgeber den Ausstieg aus ihrer Investition, können sie entweder an einen anderen Investor verkaufen oder ein Unternehmen öffentlich anbieten, also auf dem Aktienmarkt. Das könnte zur Wiederbelebung der Börsengänge führen. Für heuer ist in Deutschland kein einziger geplant. In der Blütezeit des Aktien-Booms waren es im Jahr 1999 noch 168 Unternehmen, zum Jahrtausendstart waren es 153. Potenzielle Käufer kehren offensichtlich schon an den Markt zurück. Beim Internet-Broker Comdirect sprang die Zahl der Transaktionen im zweiten Quartal um 24 Prozent an, wie das Anlegermagazin "Börse Online" berichtete. Nach einer Forsa-Umfrage erwarte immerhin jeder dritte Deutsche, dass die Aktie vor einem Comeback stehe. Sollte aus der Hoffnung auf den Wirtschafts-Aufschwung Realität werden, fände einer besondere Bestätigung. Dann hieß es wohl: Am Anfang war Larry Ellison.</P><P>)<BR></P>

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