Mit silbernen und goldenen Sonder-Euros Kasse machen

- Der Euro ist nicht nur ein Teuro, sondern auch ein Sammlerobjekt. Zumindest gilt das für einige der Münzen, denen allein drei Millionen deutsche Eurofans hinterherjagen. Gefragt sind zum einen die Geldstücke ausländischer Prägung mit ihren mannigfaltigen Motiven. Aber auch limitierte Euro-Sondermünzen sind begehrt. Was viele Laien aber nicht wissen: Welche davon gibt es zu kaufen? Und vor allem: Ist mit einer Wertsteigerung zu rechnen?

<P>Herausgeber der deutschen Euro-Sondermünzen - es gibt auch ausländische - ist formell Bundesfinanzminister Hans Eichel, der das alleinige "Münzrecht" innehat. 2002, im ersten Eurojahr, hatte er sieben limitierte Münzen herausgegeben. Dieses Jahr sollen es ebenso viele sein. Dabei gibt es silberne und goldene Sondermünzen, die bei der Bundeswertpapierverwaltung (BWPV) und teils auch bei Banken sowie in Fachgeschäften gekauft werden können.<BR><BR>Die Silber-Euros</P><P>Sie sind aus Sterlingsilber und haben einen Nennwert von zehn Euro. Das heißt, sie können nicht nur der Zierde dienen sondern auch als Zahlungsmittel mit diesem Gegenwert. Jährlich erscheinen in Deutschland fünf dieser Silberlinge mit je einem Motiv aus den Bereichen Aktuelles, Bauwerk, Jubiläum, Wissenschaft und Regionen. Anläßlich der Fußball-WM wird in den Jahren 2003 bis 2006 zudem ein silbernes 10-Euro-Geldstück mit Fußballmotiven erscheinen. Jede dieser Münze ist in zwei Qualitäten erhältlich: Zum einen mit einer Auflage von zwei Millionen Stück in der üblichen Stempelglanz-Prägung. Dabei handelt es sich um das selbe Verfahren, mit dem auch die normalen Euros hergestellt werden. Der Ausgabepreis liegt bei 10 Euro. Zum anderen gibt es die silbernen Sammlerstücke mit einer Auflage von 400 000 Stück in der so genannten Spiegelglanz-Prägung. Diese Münzen zeichnen sich durch eine besonders hochwertige Optik aus und kosten bei der Ausgabe 15 Euro.<BR><BR>Die Gold-Euros</P><P>Sie bestehen aus 15,5 g reinem Gold und haben einen Nennwert von 100 Euro. Bis 2007 soll jedes Jahr eine solche Münze zur Ehrung des deutschen Weltkulturerbes ausgegeben werden. Die Geldstücke wird es jeweils in einer Auflage von 500 000 geben, wobei sich der Ausgabepreis nach dem aktuellen Goldpreis richtet. Vergangenes Jahr hat die Münze 190 Euro gekostet, inklusive einem Aufschlag von 25 Euro.<BR><BR>Wertentwicklung</P><P>Die Sondermünzen können mitunter eine lukrative Geldanlage sein: So ist ihr Sammlerwert teilweise wesentlich höher als der Ausgabepreis. Der Katalogwert der goldenen 100-Euro-Münze vom vergangenen Jahr ist beispielsweise um 140 Euro auf 320 Euro gestiegen. Aber auch die Silbermünzen machen sich gut: Die allererste in Spiegelglanz-Prägung, die im Jahr 2002 anläßlich der Euro-Einführung verkauft wurde, wird mittlerweile für 30 Euro gehandelt.<BR><BR>Die Wertsteigerung einer Münze ist allerdings nur schwer vorherzusagen. Als grobe Faustregel gilt unter Experten: "Je kleiner die Auflage, desto höher der Sammlerwert", erklärt Wolfgang Erzinger vom Deutschen Münzen Magazin. Mit einem Wertverlust ist kaum zu rechnen, da die Nachfrage in der Regel unheimlich groß ist. Vor allem die Gold-Euros sind begehrt. "Letztes Jahr bei der Ausgabe gab es dreimal so viele Interessenten wie Münzen", erinnert sich Erzinger. Und selbst falls es tatsächlich zu einem Wertverlust kommen sollte: Unter den Nennwert von 10 beziehungsweise 100 Euro können die Sondermünzen ohnehin nicht rutschen.</P>

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