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Corona-Gipfel: Böllerverbot beschlossen - „Todesstoß für gesamte Branche in Deutschland“

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Von: Michelle Brey

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Silvesterfeuerwerk im Hafen.
Auch 2021 gilt ein Verbot zum Verkauf von Böllern und Feuerwerk. © Stefan Sauer/dpa

Steigende Fallzahlen, hohe Inzidenzen: Der Blick auf den Dezember scheint düster. Neue Corona-Regeln treffen 2021 erneut die Feuerwerkshersteller.

München - Die vierte Corona*-Welle hat Deutschland mit aller Wucht erwischt. Krankenhäuser gelangen an ihr Limit, die Zahl der Todesfälle steigt. Am Donnerstag berieten Bund und Länder gemeinsam mit der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel und dem designierten Kanzler Olaf Scholz über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Neue Regelungen für Großveranstaltungen, für das Einkaufen und für Ungeimpfte. Eine Branche trifft eine neue Regelung extrem - und das nicht zum ersten Mal.

Corona-Gipfel: Böllerverbot an Silvester ein „Todesstoß“

Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk wird 2021 - wie schon im Jahr zuvor - verboten sein. An publikumsträchtigen Plätzen soll es zudem ein Feuerwerksverbot geben. Hendrik Wüst (CDU), Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, sagte am Donnerstag, Bund und Länder hätte eine entsprechende Regelung wie im vergangenen Jahr beschlossen. Ein Hintergrund der Entscheidung, ist die Angst vor zahlreichen Verletzten, die am Silvesterabend in die - vermutlich auch dann ohnehin überfüllten - Intensivstationen strömen könnten.

Nach Einschätzung der Feuerwerkshersteller bedeutet das erneute Böllerverbot „mit aller Wahrscheinlichkeit den Todesstoß für die gesamte Feuerwerksbranche in Deutschland“. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) warnte, dass den 3000 Beschäftigten der Branche die Arbeitslosigkeit drohe. „Mit der Entscheidung gegen Feuerwerk haben Bund und Länder auf Basis von falsch gesetzter Panik riskiert, dass es jetzt endgültig aus sein könnte für unsere Branche“, so Thomas Schreibe, VPI-Vorsitzender.

„Symbolisches Verbot auf unserem Rücken und ohne Wirkung“: Feuerwerksbranche vor drohender Insolvenz

Ein legales Silvesterfeuerwerk führe weder dazu, dass die Notaufnahmen an Silvester ein Problem hätten, noch dazu, dass sich die Situation auf den Intensivstationen verschärfe, so äußerte sich Schreiber. Er nannte „übermäßigen Alkoholgenuss und illegale Feuerwerksprodukte“ als Probleme vor dem Hintergrund der Corona*-Krise. VPI-Geschäftsführer Klaus Gotzen sagte, dass die gesamte Industrie sich selbst und der drohenden Insolvent überlassen werden. Die Regelung bewertete er als „ein symbolisches Verbot auf unserem Rücken und ohne Wirkung“.

Corona in Deutschland: Verkaufsverbot für Böller und Raketen auch 2021

Andere hingegen begrüßen das beschlossene Böllerverbot.. So zum Beispiel ein Bündnis aus Umweltorganisationen, der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Ärzten. Diese forderten bereits Mitte November ein Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel. Als Argumente nannte sie vor allem die Luftverschmutzung durch Feinstaub, die Verletzungen von Händen und Augen durch Böllerexplosionen sowie die Auswirkungen des Lärms auf Tiere. „Bund und Länder erfüllen unsere Forderung und beschließen Verkaufsverbot für Böller und Raketen auch in diesem Jahr!“, schrieb die Deutsche Umwelthilfe am Donnerstag via Twitter.

Indes sorgt auch die Debatte um eine Impfpflicht für immensen Wirbel. Die Impfpflicht könnte schon im Februar gelten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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