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Wertvolle Dokumente oder Altpapier? Je nach Beleg tickt die Uhr unterschiedlich lang.

Verbraucher

Das sind die Verjährungsfristen für Dokumente

Berlin - Kontoauszüge, Steuerbescheide oder Kassenbons: Im Laufe eines Jahres sammeln sich jede Menge Belege an. Der Jahreswechsel ist ein guter Anlass, Ordnung in die Zettelwirtschaft zu bringen. Michaela Rassat von DAS-Rechtsschutz-Versicherung gibt einen Überblick über die Aufbewahrungsfristen.

Steuerunterlagen

Bei Steuerunterlagen gilt: „Grundsätzlich besteht keine gesetzliche Verpflichtung, private Steuerbescheide aufzuheben“, erklärt Rassat. Allerdings könne das Finanzamt einen Steuerbescheid noch bis zu vier Jahre rückwirkend ändern, etwa wenn nachträglich neue steuerrelevante Tatsachen bekannt werden. Bei leichtfertiger Steuerverkürzung und Steuerhinterziehung sei dies sogar noch nach fünf beziehungsweise zehn Jahren möglich. Anders formuliert: Steuerbescheide besser aufheben. Und ein Steuerbescheid mit dem Vermerk „vorläufig“ oder „unter Vorbehalt der Nachprüfung“ gehöre bis zum endgültigen Bescheid in jedem Fall in die private Ablage, lautet Rassats Ratschlag.

Kaufbelege

Bei Kaufbelegen lautet der Ratschlag: „Die Belege gehören im eigenen Interesse mindestens für die Zeit der Garantie oder Gewährleistung in die private Ablage.“ In der Regel ende der Gewährleistungsanspruch nach zwei Jahren. Es sei denn, der Hersteller oder Händler gewähre eine freiwillige Extragarantie. „Dann ist es sinnvoll, die Kaufbelege entsprechend länger aufzubewahren.“

Handwerkerrechnung

Auch hier gilt die Regel: „Rechnungen und Zahlungsbelege über Reparatur- und Wartungsarbeiten im Haus oder in der Wohnung müssen mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden“, rät Rassat. Rechnungen von Handwerkern dienten als Nachweis, dass der Auftraggeber keine Schwarzarbeiter beschäftigt habe. Dabei ist zu beachten: Die Aufbewahrungsfrist beginne erst mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem der Auftraggeber die Rechnung erhalten hat, so die Juristin. „Handelt es sich um Handwerkerrechnungen größerer baulicher Maßnahmen, ist es ratsam, diese sogar mindestens fünf Jahre aufzuheben.“

Bankunterlagen

Bei Kontoauszügen gelten andere Fristen: Rassat rät, sie mindestens drei Jahre zu behalten – das entspreche der gesetzlichen Verjährungsfrist bei Kaufpreiszahlungen. Kontoauszüge, die Zahlungen von laufenden Verträgen dokumentieren, sollten zur Sicherheit über die gesamte Vertragslaufzeit verwahrt werden. So können zum Beispiel Mieter auch noch nach zehn Jahren belegen, dass sie damals eine Kaution gezahlt haben.

Lohnabrechnungen

Eine Pflicht zur Aufbewahrung gibt es nicht – sinnvoll kann die Aufbewahrung trotzdem sein: „Lohnabrechnungen und Rentenbescheide sollte man sicherheitshalber bis zur Rente aufheben.“ Denn je lückenloser man die Zeiträume nachweisen könne, in denen man eingezahlt hat, desto besser, erklärt Rassat. Dies sei im eigenen Interesse, um den Rentenanspruch untermauern zu können.

mm

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