Das sind die Verkehrsregeln für Skifahrer

Schussfahrt vor Gericht: - Im Kurzschwung den Berg hinunter, das genießen hunderttausende von Skifahrern trotz Schneemangels auch in diesem Jahr. Doch Unfälle auf den Pisten, die durch zu hohe Geschwindigkeit, falsches Überholen oder Leichtsinn passieren, häufen sich. Und damit die Rechtsstreitigkeiten, in denen geprüft wird, wer gegen die "Verkehrsregeln" für Skifahrer verstoßen hat.

Diese Verkehrsordnung ergibt sich aus zehn Regeln des Internationalen Skiverbandes (FIS), die von nahezu allen Nationen akzeptiert und praktiziert werden ­ und die auch von der Rechtsprechung herangezogen werden, wenn es um "Pistenrowdies" oder Mitverschulden geht:

Regelwissen

Jeder Skifahrer (natürlich auch jeder Snowboarder) ist verpflichtet, die FIS-Regeln zu kennen und einzuhalten. Wer dagegen verstößt, ist für die Folgen haftbar.

Rücksicht

Jeder Skifahrer muss sich so verhalten, dass er niemanden gefährdet oder schädigt.

Voraussicht

Jeder Skifahrer muss "auf Sicht" fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der "Verkehrsdichte" anpassen.

Hintermann haftet

Der von hinten kommende Skifahrer muss seine Fahrweise so wählen, dass er vor ihm fahrende Wintersportfreunde nicht gefährdet.

Überhol-Abstand

Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links ­ aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer "für alle seine Bewegungen" genügend Raum lässt.

Vor der Abfahrt

Jeder Skifahrer, der in eine Skiabfahrt einfahren oder nach einem Halt wieder anfahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

Halteverbot

Jeder Skifahrer muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer muss solche Stellen so schnell wie möglich freimachen.

Abstieg

Skifahrer, die auf- oder zu Fuß absteigen, müssen am Rand gehen.

Signale

Jeder Skifahrer muss Markierungen und Signalstationen beachten.

Pflicht zur Hilfe

Bei Unfällen ist jeder Skifahrer zur Hilfeleistung verpflichtet.

Grundsätzlich gilt außerdem, dass jeder Skifahrer ­ ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht ­ im Falle eines Falles seine Personalien angeben muss.

Laut ADAC gelten die FIS-Regeln nicht nur auf "Skipisten", sondern ebenso im freien Gelände. Und: Ein Skischüler darf weder blindlings den Anweisungen des Skilehrers folgen, noch ihm "blind" hinterherfahren. Auch von ihm kann umsichtiges Verhalten erwartet werden.

Unabhängig von allem Regelwerk: Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, der muss dafür finanziell einstehen. Wohl dem, der (auch) für solche Fälle eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Denn schwere Folgen eines Ski-Unfalls können den Unfallgegner zu hohen Zahlungen verpflichten.

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