Sinkende Büromieten verleiten zum Umzug

- München - Das hat es in München noch nicht gegeben: Durch die neuen Bürotürme pfeift der Wind, der Leerstand nähert sich zwei Millionen Quadratmetern und die Büromieten sind innerhalb eines Jahres um bis zu 24,5 Prozent gesunken. Selbst die Experten des Rings Deutscher Makler sind sich nicht einig, wie es weitergeht. Der Landesvorsitzende Johannes Schneider sieht kein Ende des Abstiegs, der Gewerbeimmobilienspezialist Wolfram Moshammer erwartet eine Abwärtsspirale ohne Ende. Dagegen glaubt der Münchner Firmeninhaber Franz Rohrer, dass sich die Situation relativ schnell ändern wird, wenn die wirtschaftliche Erholung beginnt.

<P>Die Münchner Büromieten sind nach dem RDM-Gewerbemarktbericht von Frühjahr 2003 bis Frühjahr 2004 in allen Lagen kräftig zurückgegangen: In guten Lagen fielen sie um 17,6 Prozent auf 14 Euro, in mittleren Lagen um 20,8 Prozent auf acht Euro und in einfachen Lagen um 24,5 Prozent auf sechs Euro. Die Bürohochhäuser schauen am weitesten oben raus, aber noch dramatischer ist die Situation in den einfachen und billigen Lagen. Mit dem Preis heruntergehen hilft wenig, wenn die Nachfrage fehlt. Die Investoren werden die Phase des Überangebots aussitzen müssen, auch wenn dadurch die Rendite manches Immobilienfonds um einige Zehntelprozente sinkt.<BR><BR>Der Mietverfall hat einen Bürotourismus in Bewegung gesetzt. RDM -Marktforscher Stephan Kippes beobachtet, dass sich die Firmen regelrecht "upgraden". Immer mehr Firmen gehen für den gleichen Preis in ein neueres Objekt oder in eine bessere Lage. Die Nachfrage nach Büroraum wird nicht mehr durch zuziehende Firmen, sondern von Firmen bestimmt, die sich neu orientieren und damit verbessern. Die Anreize für die Mieter werden immer größer, es gibt drei Monate mietfreie Zeit oder größere Umbauten als Dreingabe. Für eine Aktiengesellschaft soll, so Marktbeobachter, der Vermieter für den Vorstandsvorsitzenden für mehrere hunderttausend Euro eine großzügige Bürolandschaft ausgestaltet haben.<BR><BR>Auch der Ring Deutscher Makler will die "Gunst der Stunde" nutzen. Schneider kündigte an, dass der neue Immobilienverband (IVD) größere Räume günstiger anmieten werde.</P>

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