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Die Reallöhne in Deutschland sinken wegen der Kurzarbeit und fehlender Boni.

Sinkenden Reallöhnen durch Kurzarbeit und fehlende Boni

Wiesbaden - Die drastische Ausweitung der Kurzarbeit und ausbleibende Bonuszahlungen in der Finanzbranche haben im zweiten Quartal für einen Rückgang der Reallöhne in Deutschland gesorgt.

Der Durchschnittslohn sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Allerdings gab es nur in wenigen, dafür aber bedeutenden Branchen einen Rückgang der Löhne. Die Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen stiegen insgesamt sogar um 0,9 Prozent. Ein deutliches Minus von 5 Prozent gab es im verarbeitenden Gewerbe.

In der Metallbranche rutschten die Verdienste um 12 und in der Autoindustrie um 8,8 Prozent ab. Allerdings bedeuten die Zahlen nicht automatisch derart hohe Verluste für Arbeitnehmer, weil die Verdienstausfälle teilweise vom staatlichen Kurzarbeitergeld ausgeglichen werden, das in der Statistik nicht berücksichtigt wird. Diese Lohnsubvention wird bis zu zwei Jahre gezahlt. Weniger Lohn, nämlich 4,1 Prozent, bekamen auch Angestellte von Banken und Versicherungen. In dieser Branche gingen die Sonderzahlungen wegen der Finanzkrise um 21 Prozent zurück. Im zweiten Quartal machten die Boni noch 20 Prozent der Gesamtvergütung aus, im Vorjahresquartal waren es 24,4 Prozent.

Meiste Branchen mit Lohnplus

In den meisten Branchen erhöhten sich die Verdienste. So konnten sich Beschäftigte im Bereich Erziehung und Unterricht über 5 Prozent höhere Löhne freuen. Auch im Bereich öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung gab es ein Plus, und zwar von 3,2 Prozent. Zwischen den Branchen gibt es deutliche Unterschiede in der Bezahlung. Mit 4.171 Euro fällt sie im Energiesektor am höchsten aus, in der Informations- und Kommunikationsbranche sind es 4.162 Euro. Dagegen bekommen Arbeitnehmer im Gastgewerbe 1.885 Euro.

AP

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