So sinkt die Abgabenlast 2007

- Noch vier Wochen haben Steuerzahler Zeit, um ihre Abgabenlast für 2007 zu senken. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie jetzt noch Geld vor dem Fiskus sichern.

In diesem Jahr ist es besonders lohnenswert, die Steuerlast zu drücken. Denn neben höherer Mehrwert- und Versicherungssteuer strapazieren die gekürzte Pendlerpauschale und der halbierte Sparerfreibetrag die Haushaltskasse. Die Pendlerpauschale wackelt zwar, doch auch eine Neuregelung dürfte zu Lasten der Steuerzahler gehen.

Werbungskosten

Erreichen die beruflich bedingten Ausgaben 920 Euro im Jahr, wird es für Arbeitnehmer interessant. Jeder Euro über dem Pauschbetrag wirkt sich zusätzlich steuermindernd aus. Oft überschreiten bereits die Fahrtkosten diese Höhe. Derzeit sind ab dem 21. Kilometer 30 Cent je einfache Strecke absetzbar. Wer täglich 34 Kilometer zur Arbeit fährt, der kann für 230 Arbeitstage 966 Euro geltend machen.

"Auch wenn die Entfernung zur Arbeit keine 20 Kilometer beträgt, sollte man die Fahrtkosten in jedem Fall steuerlich ansetzen", rät der Münchner Steuerberater Jörg Assmann. "Dann ergehen die Steuerbescheide in diesem Punkt nur vorläufig. Kippt das angerufene Bundesverfassungsgericht die gekürzte Pendlerpauschale, erhalten Steuerzahler automatisch zu viel gezahlte Steuern zurück."

Vergessen Sie auch weitere Werbungskosten nicht: Fachbücher, Arbeitskleidung, beruflich genutzte Computertechnik, berufsbedingter Umzug und doppelte Haushaltsführung zum Beispiel.

Sonderausgaben

Wer noch keinen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, sollte sich sputen. Bis zu 1575 Euro an Beitragszahlungen können Riester-Sparer 2007 absetzen. Ist die Steuererstattung höher als der staatliche Zuschuss, schreibt das Finanzamt die Differenz gut.

Auch die betriebliche Altersvorsorge gewährt hohe Boni: "Einzahlungen in Direktversicherungen oder Pensionsfonds bleiben bis zu 2520 Euro steuer- und sozialabgabenbefreit", erklärt Steuerexperte Assmann.

Steuernachlässe gibt's auch für Eltern. Sie können für die Betreuung ihrer Kinder zwischen drei und sechs Jahren zwei Drittel der Kosten absetzen, maximal jedoch 4000 Euro. Bei älteren Kindern gelten je nach Familienstand abweichende Regelungen.

Spenden ist seit diesem Jahr lukrativer: Das Finanzamt erkennt bis zu 20 Prozent der Einkünfte als Sonderausgabe an. Bei Kleinspenden bis 200 Euro genügt der Bankbeleg als Nachweis. Aufwendungen für ein Erststudium oder eine Erstausbildung sind bis zu 4000 Euro steuerbegünstigt. Dies gilt auch für Arbeitnehmer, die auf dem zweiten Bildungsweg einem Studienabschluss nacheifern.

Besondere Lasten

Mit haushaltsnahen Dienstleistungen können Mieter und Eigentümer ihre Steuerschuld um bis zu 1200 Euro senken. Anerkannt sind leichte Tätigkeiten, die auch Angehörige erledigen können, und Handwerkerleistungen. Zu den leichten Tätigkeiten zählen z. B. Fensterputzen, Gartenpflege und häusliche Kinderbetreuung. Als Handwerkerleistungen sind Instandhaltungs- oder Renovierungsarbeiten anerkannt.

Beispiel: Ein Hauseigentümer lässt regelmäßig Fenster putzen und Hecken schneiden, eine Malerfirma streicht die Fassade neu. Die leichten Arbeiten kosten 3000 Euro im Jahr, der Fassadenanstrich 4000 Euro. Abzugsfähig sind jeweils 20 Prozent der Arbeitsleistung bis zu einem Rechnungsbetrag von 3000 Euro, also 600 plus 600 = 1200 Euro. Kapitalanlage

Wer einen hohen Steuersatz hat, sollte Zinseinkünfte nach hinten schieben. Die Abgeltungssteuer kommt zwar erst 2009, doch der Zinsaufschub spart schon jetzt Steuern. Derzeit kann die Steuerbelastung bis zu 45 Prozent betragen, ab 2009 sind maximal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag ans Finanzamt abzuführen. Tipp: Aufgezinste Sparbriefe, etwa Bundesschatzbriefe Typ B, schütten die Zinsen erst am Ende der Sparzeit aus.

Selbstständige

Freiberufler sollten betriebliche Anschaffungen vorziehen. Grund: Ab 2008 entfällt die steuergünstige, degressive Abschreibung. Anschaffungskosten sind dann gleichmäßig über die gesamte Nutzungsdauer zu verteilen.

Mehr Informationen zum Thema gibt es im Fax-Abruf unter 0 90 01 / 25 26 65 50 40 (6 Seiten, 1 Minute = 0,62 Euro) bis 28. Dezember. Das Fax-Gerät auf "Polling" oder "Sendeabruf" stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken. Kein Fax? Dann senden Sie einen mit 0,90 Euro frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort "Steuertipps 07" an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf.

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