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Hans-Werner Sinn hat Griechenland zum Austritt aus der Euro-Zone geraten.

Sinn rät Griechenland zum Euro-Ausstieg

München/Berlin  - Raus aus der Euro-Zone: Der Chef des Münchener ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, rät dem krisengeschüttelten Griechenland erneut zum Ausstieg aus dem Euro.

Sinn verglich die massiven Sparanstrengungen und Lohnkürzungen in der “Wirtschaftswoche“ mit der Lage in der Weimarer Republik. “Es ist ähnlich wie in Deutschland unter (Reichskanzler Heinrich) Brüning“, sagte Sinn dem Magazin. “Deutschlands Preise fielen von 1929 bis 1933 um 23 Prozent, die Löhne sanken um etwa 30 Prozent. Das Land wurde an den Rand des Bürgerkrieges getrieben.“

Die Schuldensünder der Euro-Länder im Ranking

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Sinn sagte, auch in Griechenland sei die Lage brenzlig. Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, müsse das südeuropäische Land um 20 bis 30 Prozent billiger werden. Das sei mit dem Euro kaum zu schaffen. Träte das Land zumindest zeitweise aus der Eurozone aus, könne es abwerten, wieder wettbewerbsfähig werden und später zu einem veränderten Wechselkurs wieder eintreten.

Zwar sei nicht auszuschließen, dass Kunden ihr Geld von den Banken abziehen, was diese in die Insolvenz treiben könne. Allerdings hätte ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone ähnliche Folgen, warnte Sinn. Viele Bankkunden gingen dann pleite und könnten ihre Schulden nicht zurückzahlen. “Politiker, die glauben, Griechenland könne durch einen Sparkurs gesunden, unterschätzen die Gefahren und Politiker, die glauben, Griechenland ließe sich mit neuem Geld wettbewerbsfähig machen, übersehen, dass das Geld den Anpassungsdruck nimmt und das Leistungsbilanzdefizit aufrechterhält, was unweigerlich in die Transferunion führt“, sagte er der “Wirtschaftswoche“.

dpa

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