SinnLeffers beantragt Insolvenz - Piepenburg vorläufiger Verwalter

Hagen/Düsseldorf - Der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Sanierungsspezialist Horst Piepenburg ist als vorläufiger Insolvenzverwalter für die Textilhandelskette SinnLeffers eingesetzt worden. Das Unternehmen hatte am Donnerstag wie angekündigt Insolvenz beim Amtsgericht Hagen beantragt.

Laut SinnLeffers-Sprecher Jörg Nolte führte Piepenburg bereits am Donnerstagnachmittag erste Gespräche in der Hagener Unternehmenszentrale. Am Freitag sollte er bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf vorgestellt werden. "Wir sind sehr zuversichtlich, was die weitere Zusammenarbeit angeht", sagte Nolte.

Das Management und die Deutsche Industrie-Holding (DIH) wollen die kriselnde Textilhandelskette mit 47 Filialen und rund 4100 Mitarbeitern mit einem Insolvenzplan vor der Pleite bewahren und sanieren. Dabei strebt SinnLeffers eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung an. Damit würden die laufenden Geschäft unter Aufsicht eines "Sachwalters" fortgeführt. Das Unternehmen sei im Kern gesund, hatte DIH-Chef Peter Zühlsdorff am Mittwoch gesagt. Die DIH hatte SinnLeffers 2005 von KarstadtQuelle übernommen. Nach der Textilkette Wehmeyer und den Warenhäusern von Hertie war mit dem Hagener Traditionsunternehmen innerhalb weniger Wochen die dritte ehemalige Tochter der heutigen Arcandor ins Schlingern geraten.

Der Sprecher des Amtsgerichts Hagen, Till Deipenwisch, sagte, es sei noch völlig offen, wann die Entscheidungen über die Annahme des eingereichten Insolvenzplans und die Eigenverwaltung fallen. "Zunächst einmal wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Insolvenz vorliegen", sagte Deipenwisch der dpa. Im Durchschnitt verstrichen bis zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bis zu zwei Monate. Auch müsse Piepenburg zunächst Einblick in die Bücher nehmen.

Piepenburg war zuletzt bei der Rettung von Teilen des Postdienstleisters PIN in Erscheinung getreten. Der Briefzusteller befindet sich derzeit noch in einem Insolvenzverfahren. Zuvor war Piepenburg unter anderem Insolvenzverwalter bei MG Rover Deutschland. Zudem war er 2002 Chef des insolventen Oberhausener Babcock-Konzerns.

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