Skifahren statt Schnäppchenjagd

- München - Die bayerischen Einzelhändler haben sich vom bisherigen Verlauf des Winterschlussverkaufs enttäuscht gezeigt. Die Umsätze seien zur WSV-Halbzeit "nicht berauschend", sagte der Sprecher des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels, Bernd Ohlmann. "Die Innenstädte waren zwar voll, aber es hat keinen Massenansturm gegeben." Die Menschen gingen anscheinend "lieber Skifahren als auf Schnäppchenjagd". Die Händler hoffen auf die zweite WSV-Woche.

<P>Als ein "hausgemachtes Problem" bezeichnete der Einzelhandels-Sprecher den schleppenden Verlauf des WSV: "Schließlich haben die Händler schon vor dem offiziellen Schlussverkauf Rabatte ohne Ende gegeben. Schnäppchen sind nichts Besonderes mehr, die Verbraucher reagieren mit Desinteresse."</P><P>Ein Grund für den schwächeren Verlauf sei das Wetter gewesen, sagte der Sprecher des Handelsverbandes HDE, Hubertus Pellengahr. Der massive Schneefall in der ersten WSV-Woche und die eisglatten Straßen hätten die Menschen von den Läden fern gehalten. Außerdem habe der Winterschlussverkauf nach den starken Rabatten bereits im Weihnachtsgeschäft drastisch an Bedeutung verloren. Die Händler hoffen nun auf die nächste Woche mit noch höheren Abschlägen.</P><P>Es ist der letzte Schlussverkauf im bisherigen Sinne. Mit einer Gesetzesänderung können die Händler künftig zu jeder Zeit ihre Lager räumen. Auch sind Rabatte rund ums Jahr erlaubt. Angesichts der neuen Möglichkeiten wird die Mehrheit in Deutschland der mehr als 100-jährigen Tradition der Schlussverkäufe nicht nachtrauern. 57 Prozent finden sie überflüssig, wie eine Polis-Umfrage ergab. Jeder dritte hätte die zweiwöchigen Ausverkäufe aber gern noch weiter genutzt. Der Handel erwägt, den Namen zu erhalten und auch ohne gesetzlichen Zwang zu gleichzeitigen Rabattaktionen zu nutzen. Frauen werden die Schlussverkäufe der Polis-Umfrage zufolge weniger vermissen als Männer. Während 61 Prozent der Frauen die Rabatt-Wochen als überflüssig bezeichneten, waren es bei den Männern nur 54 Prozent.</P>

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