Bei Smart bleiben noch wichtige Fragen offen

- Uhingen - Nachdem Daimler-Chrysler vor zwei Monaten bei der hochdefizitären Kleinwagenmarke smart die Reißleine gezogen hatte, wagte der neue Smart-Chef Ulrich Walker jetzt den ersten Medien-Auftritt in Deutschland. Seine Botschaft hieß "Optimismus für Smart", aber es bleiben noch einige wichtige Fragen offen. Etwa, wie es längerfristig um die Zukunft des viersitzigen Smart bestellt ist, der sich in einem preislich extrem hart umkämpften Markt behaupten muss. Und ob es der zweisitzige "Ur-Smart" schaffen kann, tatsächlich die für die Profitabilität nötigen Stückzahlen zu erreichen.

Walker, ein ausgewiesener Produktionsspezialist, betonte, wie wichtig das Klein- und Mikroautosegment weltweit für die Autobranche sei. Allein das Kleinwagensegment werde 2010 rund 50 Prozent des Weltfahrzeugmarktes ausmachen. Da müsse Daimler schon aus strategischen Gründen dabei sein. In der Tat sind allein die Vereinbarungen der Automobilindustrie mit der EU zur Senkung des Flottenverbrauchs ein gutes Argument für eine Kleinwagenflotte im Konzern. Außerdem sei Mercedes-Benz die erste Wahl, wenn Smart-Kunden zu einer anderen Marke wechselten, hieß es. Seit 1998 wurden insgesamt 750 000 Smart verkauft.<BR><BR>Allerdings hat Mercedes-Chef Eckhard Cordes sehr deutlich gemacht, dass smart nur dann eine Zukunft hat, wenn die Marke endlich profitabel wird. Walker verordnete der jungen Marke eine strikte Phase der Besinnung: und zwar auf den in dieser Form einzigartigen kleinen Smart fortwo. Für rund 700 von 2150 Mitarbeitern hieß das allerdings auch Abschied nehmen - immerhin wurde der personelle Aderlass sozial gut abgefedert.<BR><BR>"Der Smart fortwo ist und bleibt unsere ganz spezielle und Marken prägende Ikone", betonte Walker. Im Herbst 2007 kommt ein Nachfolger, der konzeptionell seinem Vorgänger ziemlich ähnlich sein wird. Der soll möglicherweise auch in den USA verkauft werden.<BR>

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