+
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Mitte April bei der jährlichen Facebook-Entwicklerkonferenz F8. Foto: Noah Berger

Facebook

Smartphone-Werbung lässt Facebook-Kassen klingeln

Menlo Park -Facebook nähert sich der Marke von zwei Milliarden Nutzern, die schon im laufenden Quartal geknackt werden könnte. Damit einher geht ein weiterhin rasantes Wachstum des Werbegeschäfts, das Milliarden in die Kassen des weltgrößten Online-Netzwerks spült.

Der Erfolg von Smartphone-Werbung beschert Facebook kräftige Sprünge bei Umsatz und Gewinn. Das weltgrößte Online-Netzwerk verdiente im vergangenen Quartal 3,06 Milliarden Dollar - rund 77 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz stieg um 49 Prozent auf 8,03 Milliarden Dollar, wie Facebook nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Facebook gewann in den vergangenen drei Monaten 80 Millionen Nutzer und kommt jetzt auf 1,94 Milliarden monatlich aktive Mitglieder. Rund 1,28 Milliarden Nutzer griffen zuletzt sogar täglich auf die Plattform zu.

Facebook setzte zuletzt verstärkt auf Videoinhalte - und auch auf Werbung in diesem Umfeld. Unter anderem versuchten Facebook-Manager zuletzt, auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 Inhalte-Anbietern Anzeigen-Einspielungen inmitten von Videos - ähnlich wie bei Fernsehsendungen - schmackhaft zu machen. Gründer und Chef Mark Zuckerberg betonte die Absicht, den Nutzern auch mehr lange Videos zu zeigen und dafür auch einen gesonderten Bereich "für Leute, die sich zurücklehnen und schauen wollen" zu schaffen.

Als Wachstumstreiber gilt auch die Fotoplattform Instagram, die inzwischen auf über 700 Millionen Nutzer kommt. Außerdem will Facebook den Kurzmitteilungsdienst Messenger mit 1,2 Milliarden Nutzern auch zu einem Kanal für den Kundendienst von Unternehmen ausbauen.

Ähnliches hat Facebook auch mit WhatsApp vor. Allerdings erlitt der Dienst, der für rund eine Milliarde Nutzer weitgehend die SMS abgelöst hat, just zur Vorstellung der Facebook-Quartalszahlen einen rund zweistündigen weltweiten Ausfall.

Der Heimatmarkt Nordamerika ist für Facebook weiterhin deutlich lukrativer für Facebook als andere Länder. In den USA und Kanada erzielte das Online-Netzwerk einen Umsatz von gut 17 Dollar pro Nutzer nach rund 12,5 Dollar ein Jahr zuvor. In Europa nahm der Erlös pro Nutzer von 3,98 auf 5,42 Dollar zu. 

Die Facebook-Aktie gab nachbörslich um 2,50 Prozent nach. Das Online-Netzwerk hatte bereits in den vergangenen Monaten angekündigt, dass die Häufigkeit von Anzeigen zwischen den Beiträgen der Nutzer nicht weiter erhöht werden solle, um die Nutzer nicht mit Werbung zu überfluten. Das könnte das kurzfristige Wachstumstempo zügeln. Jetzt gab Facebook auch bekannt, dass es künftig keine um einige Posten bereinigten Geschäftszahlen geben werde. Investoren achten oft auf sie, um die Entwicklung von Unternehmen einzuschätzen.

Die Anzeigenpreise bei Facebook legten im ersten Quartal um 14 Prozent zu, Die jüngste Kontroverse um Gewaltvideos bei dem Online-Netzwerk habe die Aktivität der Werbekunden nicht beeinträchtigt, hieß es. Kurz vor der Präsentation der Quartalszahlen kündigte Zuckerberg an, dass die Zahl der Mitarbeiter, die von Nutzern gemeldete brutale Videos oder Hassrede löschen sollen, von 4500 auf 7500 ausgebaut werde.

Facebook zum Geschäft im vergangenen Quartal

Video: 3000 Angestellte im Kampf gegen Hass und Gewalt

Video: SnackTV

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax vor Bundestagswahl kaum bewegt
Angesichts des wieder hochgekochten Nordkorea-Konflikts ist dem Dax am Freitag die Kraft ausgegangen.
Dax vor Bundestagswahl kaum bewegt
Air Berlin verhandelt mit Lufthansa und Easyjet - Wöhrl sauer
Air Berlin könnte zu großen Teilen an die Lufthansa gehen. Unterlegene Bieter halten das für eine „Katastrophe“ auch für Passagiere. Sie könnten klagen.
Air Berlin verhandelt mit Lufthansa und Easyjet - Wöhrl sauer
Air Berlin: Unterlegene Bieter zürnen, Arbeitnehmer bangen
Nach der Vorentscheidung im Bieterwettstreit geht es darum, wer wie viele Flugzeuge genau bekommen soll. Ein Zwischenstand wird für Montag erwartet. Nicht nur die …
Air Berlin: Unterlegene Bieter zürnen, Arbeitnehmer bangen
7000 Stahlkocher demonstrieren gegen Stahlfusion
Nach dem Bekanntwerden der Fusionspläne für die europäischen Stahlsparten von Thyssenkrupp und Tata wächst im Ruhrgebiet die Empörung. Bei einer Demonstration in Bochum …
7000 Stahlkocher demonstrieren gegen Stahlfusion

Kommentare