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Die Smartwatch.

Kritik aus den eigenen Reihen

Smartwatch-Hersteller findet die Uhren selbst sinnlos 

München - Wie sinnvoll sind Smartwatches, wenn man schon ein Smartphone hat? Diese Frage stellt sich nicht nur so mancher Nutzer, sondern auch ein Hersteller der Uhren selbst.

Die Hersteller von Smartwatches bringen immer neuere Modelle mit noch innovativeren Funktionen auf den Markt. Der Mobilfunk-Anbieter A1 hat nun sogar eine Smartwatch für Kinder entwickelt, mit deren Hilfe Eltern ihren Nachwuchs überwachen können und immer sehen, wo sich die Kleinen befinden. Doch die Verkaufszahlen der Mini-Computer für das Handgelenk sind im Sturzflug: Im zweiten Quartal 2016 sanken die weltweiten Verkäufe - laut den Zahlen von IDC - um 32 Prozent.

Doch nicht nur die Käufer sind skeptisch. Selbst ein hochrangiger Mitarbeiter einer Hersteller-Firma von Smartwatches äußerte jetzt Kritik. In einem Interview mit der South China Morning Post meinte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Huawei, Eric Xu Zhijun, über eines seiner neuen Produkte: „Ich bin immer verwirrt, wozu man eine Smartwatch braucht, wenn man ein Smartphone hat.“ Er selbst habe noch nie eine solche Uhr angehabt.

Besonders fatal: Huawei hat gerade erst mit der „Watch 2“ ein neues Modell auf den Markt gebracht. Doch vielleicht soll das auch eine verquere Taktik sein, um sein Entwicklerteam weiter anzuspornen. „Immer wenn das Smartwatch-Team von Huawei mir aufgeregt seine neuen Ideen präsentiert, erinnere ich sie daran, dass sie sich überlegen sollen, ob es im Markt wirklich einen konkreten Bedarf dafür gibt.“

Und er steht nicht allein mit seiner Meinung: Thomas Husson, leitender Analyst von Forrester Research: „Unsere Daten zeigen, dass eine große Anzahl von Kunden, die eine Smartwatch gekauft haben, diese gar nicht mehr nutzen.“

Patrick Steinke

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