Apple verlangsamt seine Handys

So finden Sie heraus, ob Ihr iPhone gedrosselt wurde

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Nutzer haben es schon lange vermutet, Apple hat es jetzt zugegeben: Ältere iPhones wurden per Software-Update gezielt verlangsamt. So können Sie herausfinden, ob auch Ihr Gerät betroffen ist.

Kurz vor Weihnachten bestätigte Elektronik-Riese Apple, was schon längere Zeit vermutet wurde: Die Kalifornier drosseln ältere iPhones mit schwächerem Akku per Software-Update. Besonders betroffen seien laut chip.de dabei die Modelle iPhone 6, 6s, SE und 7. Messwerte zeigten, dass bei iPhones mit alter Batterie die Spitzenleistung des Prozessors gedrosselt war, während sie nach einem Batteriewechsel auf normales Niveau zurückkehrte.

Ein Apple-Sprecher erklärte, die in den iPhones eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien würden sich bei kaltem Wetter, niedrigem Ladestand oder "mit der Zeit" plötzlich abschalten, um die Elektronik zu schützen. Das wolle das Unternehmen vermeiden. "Unser Ziel ist es, unseren Kunden das beste Erlebnis zu bieten, was auch die Gesamtleistung und die Lebensdauer einschließt."

Erste Verbraucher reichen in USA Klage ein - Apple entschuldigt sich

Im US-Bundesstaat Illinois wurden nur kurze Zeit später bereits die ersten Klagen eingereicht. Fünf iPhone-Besitzer werfen Apple vor, Kunden damit „auf betrügerische Weise“ zum Kauf neuer Geräte verleitet zu haben. Sie streben eine Sammelklage an, der sich mehr Menschen anschließen können.

Am Donnerstag entschuldigte sich das Apple bei seinen Kunden. Zugleich kündigte das US-Unternehmen  Preisnachlässe für bestimmte Akkus an. "Wir wissen, dass manche von Ihnen das Gefühl haben, Apple habe sie im Stich gelassen. Wir entschuldigen uns", hieß es auf der Website des Konzerns. Apple habe stets die Absicht gehabt, dass "unsere Kunden ihre iPhones so lange wie möglich nutzen können". Apple sei "stolz" auf die Langlebigkeit und den Wertbestand seiner Produkte. 

Das Unternehmen erklärte, auf den Ersatz eines Altakkus in den USA einen Preisnachlass von 79 Dollar (66 Euro) auf 29 Dollar zu gewähren. Dies gelte für jeden Besitzer eines iPhone 6 oder älterer Geräte ab Ende Januar bis Ende kommenden Jahres. Außerdem werde es ein Software-Update geben. Damit könnten Nutzern leichter feststellen, ob ihr Altakku die Leistung ihres iPhone mindere, teilte Apple mit.

Wurde auch ihr iPhone gedrosselt? So finden Sie es heraus - per App, über Mac und Windows-PC

FüriPhone-Nutzer gibt es eine kostenlose App, die es Ihnen ermöglicht, den Verschleißgrad und die Kapazität des Akkus nachzusehen. Das Magazin chip.de empfiehlt hierfür die iOS-App „Battery Life“, die sie kostenlos herunterladen können, eine werbungsfreie Variante kostet 2,29 Euro. Unter „Messdaten“ wird Ihnen sowohl der ursprüngliche und aktuelle Stand des Akkus angezeigt. So können Sie feststellen, ob Ihr Handy gedrosselt wurde. 

Das Ganze funktioniert aber auch über den PC. Dafür müssen Sie Ihr iPhone per USB-Kabel an ihrem Computer anschließen. Für den Mac empfiehlt Chip das Tool „CoconutBattery“, das Sie herunterladen und anschließend installieren müssen. Hier werden Ihnen alle relevanten Informationen angezeigt. Aktuellen und maximalen Ladestand in mAh, die verfügbare Kapazität, das Alter des iPhones und die Ladezyklen, die der Akku schon hinter sich hat. Zudem können Sie noch die Akku-Temperatur und den Momentanverbrauch in Watt einsehen.

Für Windows gibt es die Software „iBackupBot for iTunes“. Auch hier sind die meisten und wichtigen Infos enthalten, zudem wird die aktuelle Leistung des Akkus im Vergleich zum Neuzustand verglichen.

tor mit Material von dpa und AFP/ Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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