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Beim Hausarzt kommt der Patient im Schnitt nach 27 Minuten zum Zug

So lange warten Patienten beim Arzt

München - Eine neue Studie hat ermittelt, wie lange Patienten durchschnittlich beim Arzt warten müssen - auf einen Termin und im Wartezimmer. Die Resultate zeigen auch die Unterschiede zwischen Kassenpatienten und Privatpatienten.

Gesetzlich Krankenversicherte warten in der Arztpraxis im Bundesdurchschnitt fast eine halbe Stunde, bis der Doktor für sie Zeit hat. Für einen Termin beträgt die Wartezeit im Schnitt rund 20 Tage, in Bayern 13 Tage. Erheblich schneller werden Privatpatienten behandelt. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK), die gestern veröffentlicht worden ist. Die wesentlichen Ergebnisse:

Tabelle: Wartezeit in der Praxis

Wartezeit auf die Behandlung: Während gesetzlich Versicherte bei der letzten Studie 2008 im Schnitt 28 Minuten im Wartezimmer verbrachten, sind es jetzt nur 27. Privatversicherte müssen 2011 im Schnitt 21 Minuten warten, vor drei Jahren war es ebenfalls eine Minute mehr. In Bayern beträgt die durchschnittliche Wartezeit (ohne Differenzierung nach Versicherungsart) im Schnitt 27,4 Minuten. Aber immerhin: 56 Prozent der Versicherten kamen innerhalb von 15 Minuten ins Behandlungszimmer.

Unterschied bei Ärztegruppen: Beim Hausarzt kommt der Patient im Schnitt nach 27 Minuten (2008 dagegen 30 Minuten) zum Zug, bei Zahnärzten ging es mit 13 Minuten am raschesten. Länger warten lassen Augenärzte (37 Min.), HNO-Ärzte (35 Min.) und Orthopäden (35 Min.) ihre „Kunden“.

Akute Beschwerden: Als positiv wertet die BKK das Umfrageergebnis, dass zwei Drittel der Patienten am selben Tag versorgt worden sind.

Tabelle: Wartezeit nach Arztgruppen

Terminvergabe: Gesetzliche Versicherte bekamen 2011 im Schnitt nach 20 Tagen einen Arzttermin, Privatversicherte bereits nach 14 Tagen. Positiv dabei: Während sich bei den GKV-Patienten die Wartezeit gegenüber 2008 um einen Tag verringerte, verlängerte sie sich für privat Versicherte um vier Tage. Ein abweichend erfreuliches Ergebnis auch hier im Freistaat: Hier warten die Patienten durchschnittlich 13 Tage auf einen Termin beim Haus- oder Facharzt (wegen der geringen Anzahl privat Versicherter bei Befragten im Freistaat, wurde hier nicht unterschieden zwischen gesetzlicher und privater Kasse).

Ergebnisse Bayern: Vier von fünf Bayern waren innerhalb der letzten zwölf Monate bei einem oder mehreren niedergelassenen Haus- und Fachärzten. 71 Prozent der Patienten mit Arztkontakt in Bayern vereinbarten vorab mit der Praxis einen Termin; 2008 waren es nur 64 Prozent. Hausärzte wurden der Umfrage 2011 zufolge weniger besucht als noch vor drei Jahren: 86 Prozent der Befragten mit Arztbesuch konsultierten einen Hausarzt; 2008 waren es noch 92 Prozent. Weitere Spitzenreiter bei den Arztbesuchen waren Zahnärzte (82 Prozent), Frauenärzte (37 Prozent) und Augenärzte (36 Prozent).

KHD

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