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Deutsche Firmen haben derzeit so viele freie Stellen wie selten zuvor. Foto: Christian Charisius

Arbeitslosigkeit sinkt: So viele freie Stellen wie selten zuvor

Lange war es vor allem die starke Inlandsnachfrage, jetzt sorgt auch der wieder erstarkende Export für Schub: Die gute Auftragslage zwingt immer mehr Firmen zur Aufstockung ihrer Belegschaften - gut für Jobsucher und Jobwechsler.

Nürnberg - Beste Aussichten für gut ausgebildete Jobsucher: In Deutschland gibt es derzeit so viele freie Stellen wie selten zuvor.

Dabei habe die Arbeitskräftenachfrage nach der Sommerpause sogar noch einmal kräftig zugelegt, geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Nach Angaben der Nürnberger Bundesbehörde stieg der saisonbereinigte Indikator für die Entwicklung bei den offenen Stellen im September um vier Punkte auf den Rekordwert von 244 Zähler. Damit lag er um 24 Punkte über dem schon sehr hohen Vorjahreswert.

"Dieser höchste Anstieg seit über einem Jahr zeigt, dass die Arbeitskräftenachfrage über die Sommermonate nicht an Schwung verloren hat", betonte die Behörde. In fast allen Branchen liege die Zahl der offenen Stellen höher als vor einem Jahr. Nur im Öffentlichen Dienst und im Bereich Erziehung und Unterricht gehe die Nachfrage seit einigen Monaten zurück. Der Grund: Mit den sinkenden Flüchtlingszahlen würden weniger Asylbetreuer und Lehrkräfte für Integrationskurse benötigt als noch vor einem Jahr.

Einen unverändert großen Bedarf gebe es hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel. Aus den beiden Wachstumsbranchen stammten inzwischen ein Fünftel der gemeldeten Stellen. Auch Industrie und Zeitarbeitsunternehmen hätten der Bundesagentur zuletzt viele offene Stellen gemeldet. Die absolute Zahl der freien Stellen veröffentlicht die Bundesagentur mit der Bekanntgabe der September-Arbeitslosenzahlen an diesem Freitag (29.9.).

Für September rechnen derweil von dpa befragte Ökonomen im Zuge des Herbstaufschwungs wieder mit einer deutlich sinkenden Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Erwerbslosen werde auf knapp 2,46 Millionen zurückgehen. Das wären rund 80 000 weniger als im August und gut 140 000 weniger als vor einem Jahr. Für den Rückgang im September sorge das Ende der Sommerpause. Viele Unternehmen stellten danach wieder verstärkt Mitarbeiter ein. Auch hätten viele vorübergehend arbeitslos gewordene Ausbildungsabsolventen eine Stelle gefunden.

Der Ausblick auf 2018 fällt dagegen in den Augen der Ökonomen, aber auch von Arbeitsmarktforschern nicht ganz so optimistisch aus. Trotz einer weiter kräftig wachsenden Wirtschaft werde sich die Arbeitslosigkeit nach mehrheitlicher Experten-Einschätzung auf dem Niveau von 2017 von voraussichtlich 2,541 Millionen Menschen stabilisieren. Das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB), die Denkfabrik der Bundesagentur, rechnet dagegen mit einem leichten Rückgang der Erwerbslosen von rund 60 000. In diesem Jahr dürfte der Rückgang hingegen bei rund 150 000 liegen. Grund für die schwächere Entwicklung sei der erwartete stärkere Anstieg der Flüchtlingsarbeitslosigkeit.

dpa

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