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Nach der Förderung lohnt es sich

Solaranlagen: Die wichtigsten Antworten zum Eigenverbrauch

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München - Solaranlagen zum Eigenverbrauch nutzen? Was Selbstversorger wissen müssen - wir geben Ihnen die wichtigsten Antworten.

Wie viele Anlagen gibt es in Bayern?

Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft sind in Bayern derzeit fast 500 000 Anlagen mit einer Nennleistung von etwas mehr als elf Gigawatt installiert. Die Anlagen decken über das Jahr gerechnet zwölf Prozent des bayerischen Stromverbrauchs. Damit ist Bayern das führende Bundesland beim Solarstrom.

Wann laufen die ersten Anlagen aus der Förderung?

Die erste größere Zahl an Anlagen läuft 2020 aus der Förderung. Dann endet für sie die 20 Jahre lange Periode mit den festen Vergütungssätzen des seit dem 1. April 2000 geltenden Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Der Boom der Photovoltaik kam indes später. Die größten Sprünge machte der Zubau seit 2006, allein im Rekordjahr 2010 wurden in Bayern 2,5 Gigawatt zugebaut. Die Zahl der Anlagen, die nicht mehr gefördert werden, wird also ab 2026 deutlich zunehmen.

Was passiert nach der Förderung?

Wenn eine Anlage nach 20 Jahren aus der Förderung fällt, bekommt der Betreiber für eingespeisten Strom nur noch den sogenannten „Marktwert Solar“, der an der Leipziger Strombörse ermittelt wird. Er schwankt von Monat zu Monat zwischen drei und fünf Cent pro Kilowattstunde. Das ist nur noch ein Bruchteil des festen EEG-Vergütungssatzes, der zu Hochzeiten für manche Anlage mehr als 50 Cent betrug.

Welche Möglichkeiten gibt es neben der Einspeisung?

Statt den Strom einfach nur einzuspeisen, können Anlagenbetreiber ihn auch selbst nutzen. Die Anlagen wandeln den Gleichstrom zum haushaltstauglichen Wechselstrom um, so dass dies technisch kein Problem ist. Das Problem beim Solarstrom ist, dass er nicht immer genau dann zur Verfügung steht, wenn man ihn braucht. Um den Anteil des nutzbaren Stroms zu vergrößern, können Batterien als Speicher dienen. Anlagen, die noch keinen Speicher haben, können in der Regel nachgerüstet werden. Innovative Mittelständler haben zudem Systeme entwickelt, um den Eigenverbrauch weiter zu steigern (s. Artikel unten). Steigern kann man den Eigenverbrauch auch, wenn man sein Verhalten an die Verfügbarkeit anpasst – also zum Beispiel nur bei Sonnenschein die Waschmaschine laufen lässt.

Was lohnt sich für wen?

Nach Auslaufen der Förderung lohnt es sich in jedem Fall, so viel Strom wie möglich selbst zu nutzen. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft kostet eine Kilowattstunde selbst produzierter Solarstrom inklusive aller Investitionen zwischen 12 und 13 Cent. Bezieht man den Strom von einem Anbieter, muss man in München etwa 25 Cent pro Kilowattstunde bezahlen – also etwa das Doppelte.

Die Kosten für den selbst produzierten Strom steigen indes, je mehr Geld man für Speicher ausgibt. Wer sich vollständig selbst versorgen will, müsste eine derart teure Batterie vorhalten, dass dies schon wieder unrentabel wäre. Fachleute der RWTH Aachen halten einen Eigenverbrauch von bis zu 50 Prozent für wirtschaftlich. 

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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