Das Aus für die Sommer-Ispo

München - Die Sommerausgabe der internationalen Sportfachmesse (Ispo) war schon immer "die kleine Schwester" der Winter-Ispo, jetzt hat sich die Messe München entschlossen, sie ganz aufzulösen. Eigene Spezialmessen sollen den Sommer nun füllen.

"Wir haben uns entschieden, die Ispo Summer bis auf Weiteres auszusetzen", verkündete der Münchner Messe-Chef Manfred Wutzlhofer gestern in einer Pressemitteilung. Die Absage 27 Jahre nach der ersten Veranstaltung kommt nicht unerwartet. Schließlich hatte Wutzlhofer bereits im vergangenen Jahr von "Auflösungserscheinungen" der "kleinen Schwester" gesprochen und versucht, mit einem neuen Konzept namens "Sport & Style" die Fachmesse vor dem Aus zu bewahren. Vergeblich. Die Besucherzahlen waren mit 17 500 verkauften Tickets auch 2007 wieder rückläufig.

Gegen den Willen des Marktes könne man eine solch breit angelegte Messe nun mal nicht durchsetzen, hieß es von einem Sprecher der Messe München. "Es ist nicht mehr möglich, die gesamte Branche unter einen Hut zu bringen", sagte Wutzlhofer. So seien etwa die Schuh- und Bekleidungshändler eher an einem frühen Messetermin im Juni interessiert, während die Outdoor-Anbieter ihre Produkte lieber im Spätsommer vorstellen wollten. Weil die Firmen sich immer stärker international ausrichteten, würden die Unterschiede zwischen den Sparten noch größer. "Es jagt jeder den aus seiner Vermarktungssicht wichtigen Zielen hinterher. Die Firmengruppen verfolgen die unterschiedlichsten Strategien", sagte der Messe-Chef. Das sei "veranstaltungsmäßig" kaum aufeinander abzustimmen.

Anders sieht die Situation laut Wutzlhofer beim Wintersport aus. Die Ispo Winter werde mit jedem Jahr erfolgreicher und könne steigende Aussteller- und Besucherzahlen verbuchen. So kamen Anfang diesen Jahres insgesamt 64 000 Fachbesucher nach München, genauso viel wie bereits 2007.

Auch wenn Wutzlhofer darin nicht das grundlegende Problem sieht, hatte die Sommermesse auch darunter gelitten, dass namhafte Hersteller wie Nike, Adidas und Puma der Messe seit Jahren fernblieben. Auf deren Initiative hin wurde die Sommer-Ispo 1979 überhaupt gestartet, neun Jahre nach der ersten Winter-Messe.

Der Rettungsversuch mit der Ispo "Sport & Style", die verstärkt auf Mode und Lifestyle gesetzt hatte, brachte im vergangenen Sommer nicht den gewünschten Erfolg. Für viele klassischen Sportartikel-Hersteller sei der "Style-Ansatz" auch zu weit gegangen, sagte ein Messe-Sprecher.

Angesichts der Schwierigkeiten hatte die Messe München versucht, die europäische Freizeit-Fachschau und Ispo-Konkurrentin "OutDoor" von Friedrichshafen an die Isar zu holen. Die Veranstalter entschieden sich aber Anfang des Jahres, am Bodensee zu bleiben. Nun setzt München auf eigene Spezialmessen. So kündigte Wutzlhofer die Fachbesucher-Messen "Running Order Show" (29. Juni bis 1. Juli) für Laufsporthändler sowie die parallel stattfindende "Sports Source Europe" für Zulieferer an. Im Juli 2009 soll eine speziell auf Mode und Lifestyle ausgerichtete Schau starten. "Den Trend zu einzelnen Spezialmessen im Sommer gibt es seit einigen Jahren", sagte Wutzlhofer. "Längerfristig könnte es allerdings auch wieder Konzentrationen geben."

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