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Gute Reifen gibt es schon ab 50 Euro.

Sommerpneus im Test: Gute Reifen gibt es schon ab 50 Euro

München - Viel mehr als 50 Euro pro Pneu müssen gute Sommerreifen nicht kosten. Das haben die Stiftung Warentest und der ADAC bei einem gemeinsamen Vergleichstest herausgefunden.

Die Tester haben 32 Reifen, und zwar jeweils 16 für Kleinwagen sowie für Autos der Kompakt- und Mittelklasse, überprüft. Auf trockener Fahrbahn funktionierten fast alle gut, berichtet die Stiftung in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 3/2011). Bei Nässe hätten dagegen viele Reifen ihre Schwierigkeiten. Testsieger wurde bei den Kleinwagen ein Modell für 58 Euro. Der am besten bewertete Reifen für Kompakt- und Mittelklassewagen kostet 65 Euro.

Ein Modell des chinesischen Herstellers Chengshan fiel durch, weil es bei der sogenannten Schnelllaufprüfung platzte - bei diesem Test wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 10 km/h überschritten. Bei Tempo 230 platzte der Reifen. Der Point S Summerstar 2 platzte im verschärften Test ebenfalls, bestand aber im Nachtest wenigstens die mildere Normprüfung. Die Tester von ADAC und Warentest betonen, dass es ihnen nicht um die Aufforderung zum Rasen geht, es sei aber sehr wohl zu prüfen, ob ein Reifen bis zum angegebenen Höchsttempo auch sicher ist.

Dass es besser geht, bewiesen fünf Reifen der Testgröße für Kleinwagen und sieben für Kompakt- und Mittelklassewagen (siehe Tabellen rechts). Die besten Noten auf nasser und trockener Straße gehen bei Kleinwagen an Continental Premium Contract 2 (58 Euro). Gut sind in dieser Gruppe außerdem Michelin Energy Saver (64 Euro), Uniroyal Rain Expert (50 Euro), Hankook Optimo (50 Euro) und Semperit Comfort-Life 2 (51 Euro). Unter den Reifen für Kompakt- und Mittelklasseautos rollte der Vredestein Sportrac 3 an die Spitze, gefolgt von Bridgestone Ecopia EP 150, Maloya Lugano und Nokian V sowie Continental Premium Contact2, Dunlop SP Sport Fast Response und Semperit Speed-Life.

Bei den meisten anderen Reifen führten Schwächen auf nasser Fahrbahn zur Abwertung. Auf trockener Piste verpassten nur der Kleinwagenreifen von Devica und der Kompaktwagenreifen von Sava die Note Gut.

Als ausgesprochener Leichtlaufreifen erwies sich der neue Pirelli Cinturato P1. In beiden Testgrößen ist der Kraftstoffverbrauch mit ihm sehr gut - ein Indiz für sehr geringen Rollwiderstand. Die Konkurrenz liegt in dieser Prüfung um bis zu einer Notenstufe hinter ihm. Ähnlich groß ist auch die Bandbreite bei der Geräuschwertung. Der Point S Summerstar 2 dröhnt innen am lautesten. Auch recht laut sind Maloya und Dunlop sowie die Kleinwagenreifen Sava Perfecta und Debica Passio 2.

Seit kurzem bereichert der indische Anbieter Apollo den Markt der Autoreifen. Das Unternehmen hat die eingeführten Marken Vredestein und Maloya übernommen. Der südasiatische Neuling konnte bei den Kleinwagenreifen auf Anhieb punkten. Sowohl auf trockener als auch auf nasser Straße braucht er den Vergleich mit der etablierten Konkurrenz nicht zu fürchten. Dennoch fällt er in der Rangfolge um ein paar Plätze zurück. Das liegt an seiner deutlich schlechteren Verschleißfestigkeit.

Immer weniger Schadstoffe

Im Reifengummi sind immer weniger krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. Die Laboranalyse ergab lediglich bei vier Reifen höhere Werte zwischen elf und 14 Milligramm PAK pro Kilogramm Reifengummi. Zum Vergleich: Neun Reifen im Test enthalten nur noch ein Milligramm oder weniger.

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