Sonne beheizt Haus der Zukunft

- München - Energieeffizientes Bauen ist das große Thema der Zukunft. Angesichts knapper Rohstoffressourcen, steigender Energiepreise, des viel zitierten Klimawandels und erst jüngst wieder zu Tage getretener Lieferunsicherheiten spricht vieles für Energiesparen und den Einsatz erneuerbarer Energien.

Die am Montag beginnende Fachmesse Bau 2007 widmet in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Solarwirtschaft diesem Thema einen eigenen Ausstellungsbereich. "Häuser, die heute gebaut werden, stehen noch in 50 oder 100 Jahren, wenn fossile Energieträger nicht mehr da sind", sagte Dieter Dohr, Projektleiter für die Bau 2007 der Messe München GmbH. Energieeffizientes und energieneutrales Bauen werde immer wichtiger. "Energie wird nie mehr billiger", betonte Erich Gluch vom Ifo-Institut bei der Vorstellung der Messe. Es gebe sogar Szenarien, wonach der Preis für ein Barrel Öl im Jahr 2010 bei 200 Dollar liege ­ das ist gut für die Solarwirtschaft.

Diese habe die Möglichkeit, ein Drittel des Strombedarfs in Deutschland zu decken, behauptete Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. Noch besser seien die Möglichkeiten beim Heizen. "2030 werden die Mehrzahl der Neubauten ausschließlich und über 50 Prozent der Bestandsbauten mit Solarwärme geheizt", sagte Körnig. Die Vorteile der Solarenergie lägen auf der Hand: In Deutschland gebe es ausreichend Sonne, die Investitionen in Solartechnik rechneten sich und sie lasse sich problemlos in die Gebäudehülle integrieren.

40 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in der Europäischen Union entfallen auf den Gebäudebestand. "In diesem Zusammenhang kommt dem Thema ,Clima Design’ eine große Bedeutung zu", sagte Dohr. Diese relativ neue Planungsdisziplin habe eine energieeffiziente Gebäudeplanung zum Ziel. Architektur und Technik sollten aufeinander abgestimmt und Fassaden so konstruiert werden, dass Gebäude mit möglichst wenig künstlichen Energiequellen auskommen.

Energieeffizientes Bauen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Ausstellungsbereiche. Weitere Themen der Messe sind Sanierung und Renovierung von Altbauten, "intelligente" Fassaden und das Zusammenspiel von Funktion und Design. Die nach eigenen Angaben wichtigste Fachmesse der Bauwirtschaft in Europa konnte nicht alle Flächen-Wünsche der Aussteller erfüllen und führt eine Warteliste.

Auch die Nachfrage nach Solartechnik konnte laut Körnig nicht befriedigt werden. Erst der Nachfrageüberhang habe zur Massenproduktion geführt. Eine Neuheit, die nächste Woche auf der Messe vorgestellt wird, ist die Dünnschichttechnologie von Solarzellen. Dafür gebe es in Deutschland, das auf dem Gebiet der Sonnenenergie weltweit führend sei, zehn neue Fabriken. Nachdem das Fördermaximum der fossilen Energien überschritten sei, ist energetischer Weitblick gefragt, so Körnig.

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