Sony und BMG einig: Nun haben die Kartellbehörden das Sagen

- Gütersloh - Die Ehe der Musikgiganten Sony und Bertelsmann ist perfekt. Der japanische Unterhaltungskonzern Sony und die Bertelsmann-Musiktochter BMG haben die Fusion ihrer Musiksparten vereinbart. Die Verträge seien am Freitag unterzeichnet worden, meldeten die Unternehmen gemeinsam. Der neue Branchenriese soll Sony BMG heißen und zu je 50 Prozent im Besitz von Bertelsmann und der Sony Corporation of America sein.

<P>Sony BMG werde seinen Hauptsitz in New York haben, heißt es in den Firmenzentralen. Die Fusion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden in Washington und Brüssel.</P><P>Für Bertelsmann ist es eine der größten Transaktionen in der Firmengeschichte. Allein das Einsparvolumen im schwierigen Musikgeschäft wird auf 250 bis 300 Millionen Euro geschätzt. In Sony BMG werden den Angaben zufolge die Sparten für das Tonträgergeschäft von BMG und Sony Music miteinander verschmolzen. Die Musikverlage (Music Publishing), die Auslieferung sowie die CD- und DVD-Produktion beider Mutterfirmen seien nicht von der Fusion betroffen. Auch das japanische Musikgeschäft von Sony werde nicht in das fusionierte Unternehmen eingebracht, hieß es. </P><P>Dadurch hoffen die Unternehmen ihre Genehmigungs-Chancen bei den Kartellbehörden zu steigern. In den vergangenen Jahren hatten die Wettbewerbshüter bereits mehrere Fusionsabsichten platzen lassen - unter anderem von EMI und Warner vor drei Jahren. Die schwierige Lage der Musikindustrie, die unter der zunehmenden Musikpiraterie und der allgemeinen Konjunkturschwäche leidet, könnte die Kartellbehörden zu einem Kurswechsel veranlassen.</P><P>Im Jahr 2002 hatten Sony und BMG zusammen einen Marktanteil von 26,7 Prozent. Da das Japangeschäft von Sony nicht in das neue Gemeinschaftsunternehmen miteinbezogen wird, erreicht Sony BMG mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro einen Marktanteil von 22,9 Prozent. Marktführer Universal kommt auf einen Anteil von 25,9 Prozent.</P><P>"Diese Vereinbarung ist ein großer Schritt zur Revitalisierung des Musikgeschäftes im 21. Jahrhundert. Die Partner passen hervorragend zueinander", sagte Howard Stringer, Chef der Sony Corporation of America. Der Chef der Bertelsmann-Musiktochter BMG, Rolf Schmidt-Holtz, wird Chairman of the Board von Sony BMG. Sony-Music-Chairman Andrew Lacksolle soll als Chief Executive Officer agieren.<BR></P>

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