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Der Euro gerät durch die Konjunktureinbrüche zunehmend unter Druck.

Sorgen um Konjunktur: Talfahrt an den Börsen

Frankfurt/Main - Die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist so hoch wie nie zuvor, die Konjunkturaussichten trüben sich deutlich ein, und die Schuldenkrise lodert weiter. Anleger flüchten aus Aktien.

Die Sorge um die Konjunktur und die lodernde Euro-Schuldenkrise halten die Börsen gefangen. Der Dax schloss am Freitag mit einem dicken Minus von 3,42 Prozent auf 6050,29 Punkte. Zeitweise war er auf den tiefsten Stand seit dem 9. Januar abgesackt. Auch an den Aktienmärkten in London, Paris und New York ging es abwärts. Händler machten “panikartige Züge“ im Verhalten der Anleger aus. Der Euro fiel zeitweise auf ein neues Jahrestief von 1,2288 Dollar, bevor er sich wieder erholte.

Die Industrie Europas droht in ein tiefes Konjunkturloch zu fallen und die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist so hoch wie nie zuvor. Insgesamt 17,4 Millionen Menschen hatten in den 17 Ländern mit der gemeinsamen Währung im April keinen Job. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 11 Prozent.

Am Freitag fielen die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Industrie sowohl im Euroraum als auch in Großbritannien auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Von ihren historischen Tiefstständen Anfang 2009, als Europa und die Weltwirtschaft von einer schweren Rezession heimgesucht wurden, sind sie nicht mehr allzu weit entfernt.

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Auch die Industrie der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China durchläuft inzwischen eine spürbare Konjunkturdelle. Vom US-Arbeitsmarkt kamen neue Hiobsbotschaften: Im Mai entstanden völlig überraschend lediglich 69 000 neue Jobs. Das ist die geringste Zahl neuer Stellen seit über einem Jahr.

Mit Sorge blicken Anleger weiter nach Spanien. Das Euro-Krisenland ist infolge der Turbulenzen um die marode Großbank Bankia auf den Märkten verstärkt unter Druck geraten. Die Risikoaufschläge auf die Zinsen für spanische Staatsanleihen stiegen am Freitag auf ein Rekordniveau.

Dennoch benötigt das Land nach Auffassung der Madrider Regierung zur Abwendung eines Staatsbankrotts keine Rettungsaktion der Europäischen Union. Die Staatsfinanzen seien gesichert, und das Land werde die Finanzkrise überwinden, betonte Finanzminister Cristóbal Montoro.

Rettungsplan für Spanien in der Mache

Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) haben dagegen mittlerweile laut einem Zeitungsbericht Diskussionen über einen Rettungsplan für Spanien begonnen. Die Europa-Abteilung der Washingtoner Institution stelle Überlegungen über einen Hilfskredit an die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone an, schrieb das “Wall Street Journal“ am Donnerstag in ihrem Onlineangebot.

Demnach könne ein über drei Jahre laufender Kredit bis zu 300 Milliarden Euro umfassen. Das wäre weit mehr, als den Krisenstaaten Griechenland, Irland und Portugal zusammen zur Verfügung gestellt wird. Der Weltwährungsfonds wie auch der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos dementierten den Bericht.

Die Schuldenkrise fordert mittlerweile auch bei den Privatvermögen ihren Tribut: Das Privatvermögen in Westeuropa ist nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Boston Consulting im vergangenen Jahr um 0,4 Prozent auf umgerechnet 33,5 Billionen US-Dollar (nach heutigem Wechselkurs 25,5 Billionen Euro) geschrumpft. Weltweit dagegen stiegen die Vermögen, wenn auch nicht mehr so schnell wie in den Vorjahren.

Unterdessen hält die Flucht der Investoren in sichere Anlagen an. Die durchschnittliche Rendite deutscher Staatsanleihen sank erstmals unter ein Prozent. An der sogenannten Umlaufrendite orientieren sich zum Teil Sparpläne von Banken sowie Kreditzinsen.

dpa

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