Sozialausgaben der Kommunen auf Rekordhoch

Wiesbaden/Berlin - Die Finanzlage der Kommunen bleibt trotz Wirtschaftsaufschwungs und sprudelnder Steuerquellen angespannt. Das Defizit stieg im vergangenen Jahr um 500 Millionen auf 7,7 Milliarden Euro.

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Besonders stark schlugen die Sozialausgaben zu Buche, die einen neuen Rekordwert von 42,1 Milliarden Euro erreichten. Die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Petra Roth (CDU), bezeichnete die Lage als sehr ernst. “Doch der wirtschaftliche Aufschwung hat uns geholfen, so dass schlimmere Befürchtungen glücklicherweise nicht Realität geworden sind“, sagte die Frankfurter Oberbürgermeisterin. Wichtig sei nun, dass der Bund im Zuge des Hartz-IV-Kompromisses zugesagt habe, die Kosten der Grundsicherung für arme Rentner zu übernehmen. “Damit wird die Finanznot der Städte nicht beseitigt, aber in Zukunft in jedem Fall verringert.“

Als erfreulich bezeichnete Roth auch die Entwicklung der Gewerbesteuer. Diese wichtigste Steuerquelle der Gemeinden legte kräftig auf 26,9 Milliarden Euro zu (netto nach Abzug der Gewerbesteuerumlage). Das waren 7,7 Prozent mehr als 2009. Insgesamt stiegen Einnahmen der Städte und Gemeinden 2010 um 2,6 Prozent auf 174,5 Milliarden Euro. Zugleich nahmen aber auch die Ausgaben um 2,8 Prozent auf 182,2 Milliarden Euro zu. Auf der Habenseite wuchsen die Steuereinnahmen unter dem Strich um 2,5 Prozent auf 63,9 Milliarden Euro. Rückläufig hingegen war der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (minus 3,6 Prozent). Die Kommunen nahmen damit rund 23 Milliarden Euro ein. Mit Gebühren erwirtschafteten die Kommunen 16,1 Milliarden Euro, ein Plus von 2,4 Prozent.

Dagegen gingen die im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs von den Ländern erhaltenen Schlüsselzuweisungen um 7,5 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro zurück. Auf der Ausgabenseite war bei den Sachinvestitionen die Steigerung um 5,5 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro am größten. Die sächlichen Verwaltungs- und Betriebsausgaben erhöhten sich um 5,3 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro. Für soziale Leistungen wendeten die Kommunen 42,1 Milliarden Euro auf, das waren 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2009.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Eschborn (dpa) - Wegen der kühlen Witterung in den Wintermonaten des Jahres 2016 mussten viele Haushalte in Mehrfamilienhäusern laut einer Analyse mehr heizen als im …
Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Der Bund erwartet eine EU-Quote für Elektroautos - doch das ächzende deutsche Stromnetz ist auf eine massenhafte Verbreitung von E-Mobilen gar nicht vorbereitet. Eng …
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Damit die Luft in Städten besser wird, sollen alte Diesel runter von der Straße - das war ein Ergebnis des Dieselgipfels. Autobauer bieten Prämien für Kunden, die sich …
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner
Der Bund hält nichts von einer Komplett-Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl.
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner

Kommentare